Wissen Einsatz von Kupfer im Ökolandbau

Pflanzenschutz Kartoffel © agrarfoto Bild vergrößern
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Kupfer ist insbesondere für den Ökolandbau ein wichtiges Pflanzenschutzmittel. Doch der Stoff ist nicht unproblematisch. Alternativen gibt es derzeit kaum.

Wie wirkt Kupfer?

Kupfer ist auch deshalb so wertvoll für den ökologischen Pflanzenbau, weil es ein breites Wirkungsspektrum hat. Die Wirkung beruht bei allen Pilzarten auf dem gleichen Mechanismus: Die Kupferionen dringen durch die Zellwand in den Pilz ein und bringen ihn zum Absterben, indem sie lebenswichtige Enzymreaktionen blockieren.

Experten des Julius-Kühn-Instituts (JKI) gehen davon aus, dass ein Verzicht auf Kupfer:

  • im ökologischen Weinbau zu Ertrags- und Qualitätseinbußen von 50 bis 100 Prozent führen würde.
  • Bei Kartoffeln rechnet man mit Einbußen von bis zu 80 Prozent in Jahren mit ungünstiger Witterung,
  • im Obstbau mit bis zu 40 Prozent.
  • Ökologischer Hopfenanbau wäre gar nicht möglich.

Wie schädlich ist Kupfer?

Doch Kupfer ist nicht unproblematisch. Vor allem auf Mikroorganismen und Weichtiere kann das Metall bereits in geringen Konzentrationen toxisch wirken. Hinzu kommt, dass sich Kupfer vor allem in den oberen Bodenschichten anreichert. Erschwert werden ökotoxikologische Einschätzungen durch Alterungsprozesse des angereicherten Kupfers. So ist nicht in jedem Fall das Gesamtkupfer im Boden entscheidend für die Toxizität, sondern lediglich die bioverfügbare Kupfermenge.

Wie viel Kupfer wird ausgebracht?

Die im Zuge der Kupferminimierungsstrategie (2010) erhobenen Daten zu den Aufwandmengen der Praxisbetriebe zeigen die ausgebrachten Kupfermengen:

  • im Bioweinbau in den vergangenen Jahren durchschnittlich zwischen 2 und 2,5 Kilogramm pro Hektar und Jahr
  • im ökologischen Apfelanbau im Schnitt etwa 2,5 Kilogramm
  • bei Biokartoffeln 1,5 bis 2 Kilogramm pro Hektar
  • in der ökologischen Hopfenerzeugung durchschnittlich über 3 Kilogramm Kupfer pro Hektar

Wie kann Kupfer reduziert werden?

Ein wichtiger Ansatzpunkt bei der Minimierung von Kupfer ist die Möglichkeit, Kupferpräparate mit anderen, im Ökolandbau bewährten Mitteln wie Kalium-Phosphonaten und Myco-Sin (Weinbau) oder Schwefelkalk und Kalium-Hydrogenkarbonaten (Obstbau) auszubringen. Diese Mittel hatten bereits einige Jahre lang eine Zulassung für den Einsatz im Ökolandbau. Zurzeit wird ihre Zulassung neu geprüft. Die Bewertung ist noch nicht abgeschlossen. Deshalb dürfen Betriebe die entsprechenden Präparate momentan nicht einsetzen.

Weitere Einsparpotentiale erhofft man sich durch die Züchtung pilzresistenter Sorten. Fachleute sehen insbesondere bei Kartoffeln das größte Potential, um mithilfe von Resistenzen den Kupferaufwand weiter zu minimieren.

Gibt es Alternativen zu Kupfer?

Auch die Suche nach alternativen, umweltfreundlichen Wirkstoffen mit vergleichbarer fungizider Wirkung steckt noch in den Kinderschuhen. Präparate auf Basis von Chitosan, Süßholz-, Zitrus- oder Schachtelhalmextrakten haben sich bisher nur unter Laborbedingungen bewährt.

Im Feldeinsatz ist es dagegen bisher noch nicht gelungen, regenstabile Formulierungen mit diesen Wirkstoffen zu entwickeln. Immerhin konnte mit anderen neuen Wirkstoffen, etwa mit eisenhaltigen Fettsäuren, zumindest eine Teilwirkung erzielt werden. Dennoch ist nach Ansicht von Fachleuten auf absehbare Zeit kein Stoff in Sicht, der Kupfer mit gleicher Wirkung vollständig ersetzen könnte.


Mit Material von oekolandbau.de

Diese invasive Pflanzen bedrohen unsere Fauna
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    © Simplicius/wikipedia
  • Japanischer Staudenknöterich Durch seine Höhe von bis zu vier Metern und das dichte Blätterdach behindert er den Aufwuchs anderer Pflanzen. Von den Bestrebungen, den Staudenknöterich zur Biomassegewinnung einzusetzen ist dringend abzuraten. Einmal kontaminierte Felder sind nur schwer wieder für den Anbau anderer Pflanzen nutzbar, da die Rhizome bis zu zwei Meter tief reichen. Mindestens achtmalige Mahd, Schafbeweidung oder Weidenspreitanlagen werden für seine Eindämmung benötigt.

    © commonswiki
  • Herkulesstaude bzw. Riesenbärenklau Der Riesen-Bärenklau war sie ursprünglich im Kaukasus beheimatet. Sie wurde 1982 erstmalig von einem Hobbygärtner in Dransfeld aus Samen gezogen und verbreitete sich dann explosionsartig an einem Bach entlang, weil die Pflanze bis zu 10.000 Samen hervorbringt. Die Art verdrängt einheimische Arten und ist erosionsfördernd, da ihre Pfahlwurzel nicht der Uferbefestigung dient.

    © GerardM
  • Kanadische Goldrute Die Kanadische Goldrute wurde im 19. Jahrhundert aus Nordamerika als Zierpflanze und Bienenweide eingeführt. Die mehrjährige Pflanze wird 50 bis 250 cm hoch. In ihrer Heimat hat sie 300 Fressfeinde, in Deutschland keinen einzigen. Sie verdrängt vor allem auf Magerrasen heimische, Licht liebende Pflanzen und verändert den Ablauf der natürlichen Sukzession.

    © AnRo0002
  • Lupine Die Leguminose stammt ursprünglich aus Amerika. Sie verbreitet sie sich unter anderem auf Magerböden und vertreibt dort solche Pflanzen, die auf kargen Boden angewiesen sind. Dazu gehören Arnika, Borstgras, Katzenpfötchen, Knabenkraut, Trollblume und die Türkenbundlilie. Das konnte vor allem in der Rhön beobachtet werden.

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  • Robinie Die Robinie ist der Neophyt mit dem derzeit größten Verdrängungspotential: Als Leguminose (Schmetterlingsblütler) kann sie Luftstickstoff binden, den Boden damit anreichern und somit chemisch verändern. Die Folge ist eine Überdüngung von besonders schützenswerten Magerstandorten, die meistens eine interessante und an seltenen Arten reiche Vegetation aufweisen.

    © Botaurus
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