Berichterstattung Fernsehen berichtet immer kritischer über Landwirtschaft

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Die Berichterstattung über die Landwirtschaft im Fernsehen wird immer kritischer. Insbesondere die Tierhaltung ist noch stärker in die Schusslinie der Medien gerückt, wie eine aktuelle Studie zeigt. Das waren einige der großen Aufreger im Fernsehen.

Die Themen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion rücken immer stärker in den Fokus der Medienberichterstattung. Die Medien zeichnen dabei selten ein positives Bild. Das zeigte auch eine Auswertung der Unternehmensberatung Engel & Zimmermann. Dabei wurden etwa 500 Sendungen analysiert, die im vergangenen Jahr im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Nach den Erhebungen des Beratungsunternehmens wurden 2015 vor allem die Fleischbranche und die Milchwirtschaft kritisch beäugt. In den meisten TV-Beiträgen über diese beiden Branchen sei es um die Themen Tierhaltung und Erzeugung gegangen. Aber auch multiresistente Keime und das Thema Milchquote hätten oft im Mittelpunkt gestanden.

ARD: 'Ist Biofleisch eine Illusion?'

Am 26. Januar nahm die ARD-Sendung FAKT die biologische Tierhaltung ins Visier. Der Geschäftsführer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Karl Schweisfurth, öffnete den Redakteuren von FAKT im Rahmen ihrer Recherche bereitwillig die Türen. Doch der Fernsehbeitrag zeichnete kein positives Bild des Biobetriebs und stützte sich auf heimlich gefilmte Aufnahmen von Tierschützern.

Mehr zu dem ARD-Beitrag lesen Sie hier.

SWR: 'Verheizt für billige Milch'

Kotverschmierte, wunde Kühe in einem dunklen Stall - wieder sind es Aufnahmen einer Tierrechtsorganisation - irgendwo in Deutschland, augenscheinlich verdeckt gefilmt - die SWR-Reporter in ihrem TV-Beitrag "Verheizt für billige Milch" als Beweis für unhaltbare Zustände in der Milchviehhaltung heranführen. Die Journalisten befragten zwar auch Landwirte, Veterinäre und Milchviehexperten, aber nicht jeder kommt unserer Recherche zufolge im Film zu Wort. Es macht den Anschein, als seien Aussagen, die ein positives Bild zeichneten, nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Mehr zu dem SWR-Beitrag lesen Sie hier.

ARD: 'Pestizid-Cocktails - Fast kein Obst und Gemüse ohne Chemie'

Die ARD strahlte vergangenes Jahr im Rahmen des Wirtschaftsmagazins plusminus einen Beitrag zu Pflanzenschutz-Rückständen in Obst und Gemüse aus - mit schlechtem Ergebnis. Ein Professor der Uni Göttingen kritisierte die einseitige Berichterstattung in einem offenen Brief.

Mehr zu dem ARD-Beitrag lesen Sie hier.

 


In Bildern: Fit für die Initiative Tierwohl
  • Geschäftsführerin Kathrin Naumann macht ihren Schweinemast-Betrieb fit für die Initiative Tierwohl. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • In der Gruppenhaltung der Sauen lässt sich das Wahlpflichtkriterium "10 Prozent mehr Platz" problemlos umsetzen. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • 2 Als Wahlkriterium wird eine vierwöchige Säugezeit gewährleistet. Der Bonus hierfür beträgt 1,00 Euro je abgesetztem Ferkel. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • Im Flatdeck sind Beckentränken installiert, um das "Saufen aus der offenen Fläche" zu gewährleisten. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • 2 Die frei beweglichen Strohkanister werden von den Ferkeln auch als Spielzeug sehr gut angenommen. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • 3 Das trifft auch auf das "zusätzliche organische Beschäftigungsmaterial" zu: Bite-Rite-Kaustäbe aus Naturkautschuk. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • In der Mast müsste bei einem generellen Strohangebot das Güllesystem angepasst werden. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • Wie im Flatdeck haben sich auch hier Bite-Rite-Kaustäbe als attraktives Beschäftigungsmaterial für die Tiere erwiesen. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • Für Ablenkung sorgen auch die Mineralstofflecksteine, die eifrig beknabbert werden. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)
  • In Groß Grenz kann heute weitgehend auf das Kupieren der Schwänze verzichtet werden. Basis hierfür ist eine ausgefeilte Tierbetreuung und ausreichend Beschäftigung. (Foto: Bräunig/dlz primus Schwein)