Gebraucht-Check Gebrauchtkauf: Auf diese 4 Punkte sollten Sie beim Claas Xerion achten

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Claas Xerion auf dem Acker © Matthias Mumme Bild vergrößern
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Als Großtraktor und Systemschlepper sprechen die Claas Xerion eine spezielle Käuferklientel an. Auf diese Punkte sollten Sie beim Gebrauchtkauf achten.

Für die Begutachtung eines Claas Xerion sollte man sich viel Zeit nehmen, denn es gilt viele Komponenten in Ruhe zu überprüfen. Ein genauer Blick sollte auch auf die Historie geworfen werden. Der Xerion lief in drei Varianten vom Band:

  1. Trac bedeutet, die Kabine ist mittig fest verbaut, ausreichend für alle, die ein Zugpferd brauchen, einen Knicklenker oder Raupenschlepper aber noch für übertrieben halten.
  2. Die Ergänzung VC spendierte zusätzlich das nach hinten drehbare Fahrerhaus, die wohl beste Rückfahreinrichtung überhaupt und inzwischen legendär mit Gülle- oder Drillequipment an Front und Heck, auf dem Silo, beim Einsatz von schweren Geräten in Schubfahrt oder vor dem Hacker.
  3. Beim Saddle Trac dagegen sitzt die Kabine vorne über der Motorhaube, wodurch der Xerion etwa 30 cm höher wird, dafür aber einen gigantisch großen Aufbauraum – etwa für Gülletanks – im Heck bieten kann. Sie sind weniger flexibel, dafür in ihrer Nische aber besser angepasst. Dazu später mehr Details.

1. Auf die Historie des Xerion achten

Brachten Holzhacker und Forstmulcher die meisten Stunden, muss der Antriebsstrang hinsichtlich Vibrationsverschleiß sowie Kühlsystem und Abgasanlage auf losgeschüttelte Teile und Risse geprüft werden. War die Gülle der Haupteinsatz (erkennbar beim VC auch an der schwenkbaren Fronthydraulik), sind häufig die Achsen fertig, ebenso die Kraftheber, denn hier wurde gerne breiter gearbeitet als gut fürs Material war!

2. Motor und Getriebe - Pflicht bei jedem Gebrauchtkauf

Lief der Xerion in der Nähe der ehemaligen Ostblock-Grenze, wurde er eventuell auch mit schlechterem Diesel gefahren, worauf die Injektoren allergisch reagieren. Problematisch vor allem, weil die Claas-Werkstatt hier selten helfen kann, die Verantwortung liegt beim Motorhersteller Caterpillar.  Zudem sollten alle Softwareupdates eingespielt sein, damit die gesamte Antriebseinheit sauber harmoniert.

3. Achsen sind Schwachpunkte des Xerion

Die beiden lenkbaren Achsen machen den Boliden zwar sehr wendig für seine Größe (sechs Modi für Allradlenkung, Hundegang, Front-/Hecklenkung), gelten aber als größte Schwachstelle dieser Xerion-Generation. Sämtliche Gelenke und Wellen sollten auf Spiel geprüft werden. Das gilt besonders bei Gülle-Bombern: Hier gibt Claas zu, die Anbaugeräte- und Tankhersteller zu wenig eingeschränkt zu haben, weshalb viele der Gülle-Xerions ihre Belastungsgrenzen an Rahmen und Achsen deutlich überschritten. Sind die Gelenke nicht geschmiert, sollte man sehr skeptisch sein, denn dann kommt der Bruch gerne schnell und unverhofft.

4. Anbaugeräte entscheiden beim Xerion

Unbedingt im Vorfeld klären, welche Anbaugeräte in welcher Dimension der fachkundige Claas-Händler HEUTE für den Xerion 3300 oder 3800 empfiehlt. Viele Schwierigkeiten waren auf zu große Tankaufbauten und Anbaugeräte – vor allem bei den VCs – zurückzuführen. Daher kann es sein, dass der Vorbesitzer früher breiter geschlitzt hat, sinnvoll war das hinsichtlich der Haltbarkeit aber vielleicht nicht.

Den ausführlichen Bericht über den Claas Xerion lesen Sie in traction Ausgabe März/April 2017.


Die Claas-Geschichte: Vom ersten Knoter zum Mähdrescher-Giganten
  • August Claas gründet 1913 in Clarholz-Heerde eine eigene Firma zur Herstellung und Reparatur von Strohbindern. Ein Jahr später treten Franz jun. und Bernhard Claas treten der Firma bei. Die Firma lief danach unter dem Namen Gebr. Claas. Der vierte Bruder Theo tritt 1935 als Teilhaber in das Familienunternehmen ein.

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  • 1936: Mäh-Dresch-Binder Mit dem Mäh-Dresch-Binder (MDB) führte Claas 1936 den ersten funktionsfähigen, speziell für die europäischen Erntebedingungen konstruierten Mähdrescher erfolgreich auf dem Markt ein. Er war eine Kombination aus einem Selbstbinder und einem Dreschwerk, wobei das Dreschwerk zwischen dem Schneidwerk und dem Binder untergebracht war. Nach dem Schnitt wurde das Getreide zur Dreschtrommel und auf den Schüttler gefördert. Danach durchlief es zwei Reinigungen bevor das gewonnene Korn auf dem Absackstand in Säcke gefüllt und das Stroh zu Strohbunden gebunden wurde.

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  • 1953: Selbstfahrer-Mähdrescher 1953: Claas bringt seinen ersten Selbstfahrer-Mähdrescher auf den Markt. Er arbeitete nach dem Längsfluss-Verfahren. Zunächst sollte er Hercules heißen, doch weil der Name schon belegt war, wurde er schlicht SF für Selbstfahrer genannt. Der 4,2 m breite SF verarbeitete neben den bekannten Getreidearten auch Erbsen, Raps, Mais, Klee, Grassamen und andere Spezialsämereien.

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  • Claas-Mähdrescher Matador Gigant In den 50er-Jahren und 60er-Jahren brachte Claas diverse neue Mähdrescher-Serien auf den Markt: Sie hießen Huckepack, Columbus, Europa, Mercur, Matador. Auf dem Bild zu sehen ist ein Matador Gigant.

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  • Claas-Mähdrescher Senator In den 60er-Jahren bekamen die Claas-Mähdrescher mit der Einführung des Senator ein neues Design. Es wurden großflächige Schutzverkleidungen und Abdeckungen aus Metall verwendet.

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  • 1970: Claas-Mähdrescher Compact Es folgten die Mähdrescher-Serien Mercator und Protector, Consul, Cosmos, Comet und Corsar sowie 1970 der Kleinmähdrescher Compact (Foto), von denen Claas in den 70ern 7.000 Stück produzierte.

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  • 1970: Claas-Mähdrescher Dominator Mit dem Dominator stieß Claas 1970 in eine neue Dimension vor: mit fünf und später sechs Schüttlern. In jenen Jahren wurden die Betriebe und die Flächen immer größer, die Ernteerträge stiegen und bei vielen kleineren Betrieben setzte sich die Einsicht durch, dass man sein Getreide nicht unbedingt in eigener Regie ernten musste.

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  • 1973: Selbstfahrender Feldhäcksler Im Juni 1973 begann Claas mit der Herstellung eines selbstfahrenden Feldhäckslers, dem Jaguar 60 SF, da der Maisanbau rasant zu nahm.

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  • Claas-Feldhäcksler Jaguar 900 Nach und nach kamen viele verschieden Modelle und Baureihen des Jaguar auf den Markt bis hin zur Flaggschiff-Baureihe Jaguar 980-930, die 2007 vorgestellt wurden.

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  • 1993: Claas Xerion 1993 war ein prägendes Jahr für Claas: Die Eigenentwicklung Xerion wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kabine kann in drei verschiedene Positionen gebracht werden.

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  • 1995: Einführung des Lexion 1995 setzte Claas einen weiteren Meilenstein in der Firmengeschichte mit der Einführung des Lexion. Die 400er-Baureihe zeichnete sich durch das APS-Dreschsystem, das Restkornabscheidesystem und erstmals einem Dreschtrommeldurchmesser von 600 mm aus. Später folgten größere Modelle bis zum heutigen Flaggschiff Lexion 780.

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  • Claas Arion 410 und Renault 610 RZ 2003 bekommt der Xerion Gesellschaft: Claas kauft Renault Agriculture und erweitert damit seine Traktoren-Produktpalette. Damit kann Claas auch Standard-Traktoren anbieten. In den kommenden Jahren werden die Baureihen Arion und Axion eingeführt und weiterentwickelt.

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