Ratgeber Das können Sie gegen Ackerschnecken tun

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Bei starkem Besatz können Ackerschnecken in auflaufenden Bestände Schaden anrichten. Insbesonderer in Zuckerrüben sollten man deshalb achtsam sein. Was sie dagegen machen könnnen, erfahren Sie hier in unserem Ratgeber.

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Ackerschnecken sind in Maßen ein Problem für den Ackerbauern.

In Nordrhein-Westfalen erfolgte bisher die Rübenaussaat bei meist sehr kalten Bodenverhältnissen, meldet die Landwirtschaftskammer des Bundeslandes. Aus diesem Grund könne das Keimen der Rüben relativ langsam verlaufen. Monentan begünstige zudem die hohe Bodenfeuchtigkeit und das Wetter die Schneckenpopulation.

Schnecken können schon den Keimling im Boden schädigen und bei einem frühen Befall oft Totalschäden auslösen. Die Tiere können besonders auf Mulchsaatflächen vermehrt auftreten, da die frischen Pflanzenteile der Zwischenfrucht eine gute Nahrungsgrundlage sind. Da der kritische Zeitraum bis ins Sechs-Blattstadium der Rüben hineingeht, sollten Sie rechtzeitig handeln.

Maßnahmen gegen Schnecken

  • Mehrere Köderstellen gleich nach der Aussaat anlegen: Dafür legen Sie abends einen nassen Jutesack oder ein entsprechendes Stück Silofolie in die Parzelle, darunter als Lockmittel ein paar Schneckenkörner ausbringen und am nächsten Morgen kontrollieren. An den hinterlassenen Schleimspuren oder schon toten Tieren lässt sich der Besatz feststellen.  Als kritisch gilt bereits eine Schnecke je Köderstelle (zirka 0,5 m²).
  • Schnecken bekämpfen: Dafür sind folgende Mittel zugelassen:
  1. Metaldehyd (z.B. Delicia Schnecken ‐ Linsen drei kg je ha
  2. Metarex TDS (sieben kg/ha) 
  3. Eisen ‐ III ‐ phosphat (z.B. Sluxx HP sieben kg/ha)

Entscheidend für die Wirkung ist laut LWK NRW die bestmögliche Verteilung des Ködergranulats mit etwa 55-60 Pellets/m² auf der Fläche, da eine Anlockung der der Schnecken nur im Bereich von wenigen Zentimetern gegeben ist.

Befallene Flächen: Zeit nach der Ernte nutzen

Um den Schneckenbesatz auf einer Fläche generell zu reduzieren, sollte die Stoppelbearbeitung nach der Ernte genutzt werden, empfiehlt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). So hätten Untersuchungen ergeben, dass die meisten abgelegten Eier der Schnecken in der oberen fünf bis zehn Zentimeter tiefen Bodenschicht zu finden sind. Bei ausreichender Bodenfeuchte halten sich hier auch die adulten Tiere auf. Bei Trockenheit und Hitze ziehen sich die adulten Schnecken dagegen in tiefere Bodenschichten zum Überleben zurück.

Will man mit der Bodenbearbeitung die Schnecken reduzieren, müssen jene Bedingungen ausgewählt werden, bei denen sich die Schnecken in der oberen Bodenschicht aufhalten. Optimal ist der Zeitpunkt, wo die Krume noch befahrbar ist und auch eine hohe Schneckenaktivität zu verzeichnen ist.


Schädlinge und Schadbilder richtig bestimmen
  • Getreidehähnchen: In Gebieten mit intensivem Getreidebau verursachen die Getreidehähnchen oft erhebliche Ertragsverluste vor allem an Weizen und Hafer. Die Larven des Schädlings schaben das Blatt bis zur Epidermis der Blattunterseite ab. Fahnenblätter werden von ihnen bevorzugt.
  • Rothalsiges Getreidehähnchen (Oulema melanopus L.)
  • Schadbild: Getreidehähnchen
  • Rapserdfloh: Der Käfer selbst verursacht Lochfraß an zarten Blättern. Schäden entstehen nur bei starkem Fraß in der Jugendphase.Größer ist der Schaden durch Fraßtätigkeit der Larven in den Blattstielen, im Herzen und in den Stängeln der Jungpflanzen. Sie bilden Eintrittspforten für Krankheiten und verringern die Winterhärte.
  • Der Rapsglanzkäfer (Meligethes aeneus und M. viridescens) ist der häufigste Schädling im Raps. Der schwarze Käfer ernährt sich fast ausschliesslich von Pollen. Um vor der Rapsblüte an den Pollen zu gelangen, muss er die Blütenknospen zerbeissen. Die Blüte kann sich nicht mehr weiterentwickeln und vertrocknet. Früh blühende Rapssorten werden weniger befallen als spät blühende.
  • Kleine Kohlfliege: In Norddeutschland und Teilen Ostdeutschlands ist der Befall von Raps mit der Kohlfliege nicht zu unterschätzen. Durch den Larvenfraß an der Rapswurzel ist die direkte und massive Infektion der Rapswurzel durch Verticillium möglich. Von den im Normalfall drei Kohlfliegen-Generationen pro Jahr sind die im August und September/Oktober am schädlichsten. Da die Kohlfliege stark von Glucosinolaten (und deren Dämpfen) angelockt wird, besiedelt sie auch den Ausfallraps nach der Ernte.
  • Schadbild der Kohlschotenmücke: Die Schoten werden frühzeitig gelb, schwellen an (Gallbildung), verkrümmen sich und springen vorzeitig auf, so dass die Körner herausfallen.
  • Der eigentliche Schaden der Kohlschotenmücke wird durch die Larven verursacht, die in den Schoten saugen.
  • Schadbild Maiszünsler: Die Larven fressen in den Stängeln und im Kolben. Dadurch entstehen Ertragseinbussen durch Stängelbruch und durch die Störung der Nährstoffeinlagerung in die Kolben. Die Frassspuren sind auch Einfallstore für Schimmelpilze.
  • Maiszünsler: Nach der Paarung kleben die Maiszünslerfalter ihre weissen Eier an die Blattunterseite in dachziegelartiger Anordnung in Gruppen von 15 bis 35 Stück.
  • Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii ist ein invasiver Schädling, der erst seit kurzem in Europa auftritt. Die sich in der Frucht entwickelnden Larven führen durch ihre Fraßaktivität im Fruchtfleisch zügig zum Kollabieren der Früchte. Die Vielzahl der Wirtspflanzen und die hohe Vermehrungsrate machen sie zu einem sehr gefährlichen Schädling, der zu enormen Ernteausfällen führen kann.
  • Der Kartoffelkäfer verursacht sowohl als Larve als auch als Käfer Blattrand- und Lochfrass. Ein hohes Befallsrisiko besteht vor allem in wärmeren Jahren. Besonders gefährdet sind Kartoffelfelder in unmittelbarer Nähe zu Feldern mit Vorjahresbefall.
  • Schadbild im Mais: Drahtwurm

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