Rapsernte Verluste verringern: 5 Tipps für den Rapsdrusch

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Eine pauschale Empfehlung für die Dreschwerkseinstellung kann man bei Raps nicht mehr geben. Die Schwankungsbreiten sind durch die Sorten und Biomasseunterschiede größer als bei Getreide. Dennoch gibt es Tipps, wie man Verluste beim Rapsdrusch in den Griff bekommt.

Die Herausforderungen beim Rapsdrusch:

  • Hochertragsreiche Rapssorten haben mehr Biomasse.
  • Die Etagen sind unterschiedlich gereift.
  • In grünen Schoten und Stängeln befinden sich etwa 4.000 l Wasser, die der Mähdrescher je Hektar durchzieht.
  • Im Dreschwerk werden die Stängel gequetscht und der Zellsaft geht auf das Druschgemisch über. Die Körner kleben förmlich an den Strohteilen fest.

Auch mit einer noch so optimierten Mähdreschereinstellung (z. B. Siebe weiter öffnen, Wind erhöhen) ist dieses Problem nicht zu lösen. Schlimmstenfalls verschmieren die Öffnungen von Schüttler und Sieben. Hierbei werden der Staub und die Kleinteile aus dem trockenen, oberen Stängelbereich von der Feuchtigkeit an die Arbeitsorgane geschmiert. Dann geht nichts mehr.

Doch es gibt andere Tipps, wie man die Rapsverluste minimiert.

Tipp 1: Fegeeffekt nutzen

Wer unter feuchten Bedingungen dreschen muss, nutzt den sogenannten "Fegeeffekt". Die Drehzahl der Dreschtrommel wird etwas höher eingestellt und der Korb etwas weiter. Dadurch erzielt man einen guten Ausdrusch und fördert gleichzeitig die Feuchtigkeit schnell aus dem Dreschwerk. Mit höheren Schüttler- und Reinigungsverlusten ist jedoch meist zu rechnen. Diese können auch versierte Fahrer schwer senken bzw. sie müssen die Fahrgeschwindigkeit deutlich reduzieren. Deshalb gilt als  erste Abhilfe: Mit dem Schneidwerk so hoch wie möglich, am besten nur das Schotenpaket mähen.

Tipp 2: Haspel hoch und zurück

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Die richtige Mähdreschereinstellung beim Raps lässt sich nicht pauschalisieren, aber kategorisieren.

So sehr die Haspel ein Helfer im Getreide ist, so sehr kann sie sich im Raps nachteilig auswirken. Im Prinzip benötigt man die Haspel im stehenden Raps fast gar nicht, lediglich, um ein Auftürmen vor und hinter der Querförderschnecke zu verhindern. Die Haspel darf den Raps nicht "heranholen", denn dort, wo sie eingreift (im oberen Drittel) neigen die Schoten am ehesten zum Aufplatzen und sie werden ausgekämmt. Die Haspel sollte weit nach hinten gestellt werden, das heißt Richtung Fahrerkabine. Dort drückt sie die Rapsstängel nach unten an die Querförderschnecke.

Mit einer zügigen Fahrgeschwindigkeit sorgt man für ein "Nachschieben" durch die nachfolgenden  Stängel und somit für einen gleichmäßigen Einzug. In Verbindung mit einer längeren Stoppel hat das Schneidwerk nur noch das kompakte Schotenpaket zu schneiden und einzuziehen.

Tipp 3: Fahrgassen überspringen

Bei späten Behandlungen lagern die Fahrgassen oft in eine Richtung. Neigt sich das Lager weg vom Schneidwerk, sind die Fahrgassen ohne tiefen Haspeleinsatz nicht aufzunehmen. Die Fahrgasse überspringt man und drischt sie auf dem Rückweg. So kann man das Lager gut unterfahren und ohne Haspeleinsatz dreschen.

Tipp 4: Drehzahl zurücknehmen

Bei gut abgereiftem Raps öffnen sich die Schoten sehr leicht. Man benötigt eigentlich die Dreschwerksintensität nicht unbedingt zum Ausdreschen, sondern eher zum Fördern des Rapsstrohs. Die Schoten platzen meist schon durch die Förderbewegung auf. Hier kann man, je nach Wuchsmasse, die Drehzahl um 50 bis 100 U/min vom Richtwert zurücknehmen.

Tipp 5: Reinigung ist essentiell

Wer schon einmal einen Notstop seiner Maschine vorgenommen hat, wo alle Arbeitsorgane auf einen Schlag stehen bleiben, weiß wie dick die Gutmatte auf den Sieben ist. Um diese Gutmatte aufzulockern und in der Schwebe zu halten, damit eine Kornabscheidung überhaupt erfolgen kann, sollte man die Lamellensiebe weiter öffnen und den Reinigungswind entsprechend hoch dosieren.

Auch wenn das Rapskorn klein und leicht ist, ist es dennoch durch seine runde Form nicht sehr windanfällig. Dagegen rieselt es, gerade wegen seiner Form, gut durch das grobe Gemisch hindurch, aber nur, wenn die Reinigungsarbeit entsprechend aktiv ist.

Gut zu wissen

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Je nach Schneidwerksbreite unterscheiden sich Schüttler-, Rotor- und Reinigungsverluste von Raps.

Bei ungleichmäßig abgereiften Beständen, mit noch grünem Stroh, sind höhere Verluste nur schwer zu verhindern. Das beginnt bei den Ausdruschverlusten. Die sogenannten Gummischoten im unteren Schotenpaket sind sehr elastisch und grün. Wenn man sie zwischen den Händen nicht aufreiben kann, werden sie auch im Dreschwerk nicht geöffnet. Der Dreschspalt mit Weiten von 25 bis 35 mm ist größer als die Schoten dick sind. Sie werden im Dreschwerk nicht geöffnet und landen, vom Häcksler kleingehäckselt, im Schwad. Während des Drusches werden diese Verluste nicht als solche wahrgenommen. Wenn 14 Tage später viele Körner aufgegangen sind, rechnet man sie den Schüttler- und Reinigungsverlusten zu und glaubt, der Mähdrescherfahrer sei zu schnell gefahren.

In der Praxis sind die höheren Reinigungsverluste eher auf zu enge Siebe und zu geringem Wind mit Mattenbildung zurückzuführen. Ausblasverluste sind dagegen weniger zu befürchten und treten naturgemäß nur auf den ersten Metern der Mähdreschereinfahrt bzw. Mähdrescherausfahrt und auf dem Vorgewende auf. Viele Bordsysteme beinhalten ein Vorgewendemanagement, wo man bei Ein- und Ausfahrt die Siebe und Reinigung per Knopfdruck auf die geringere Gutdicke anpassen kann.


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