Mahd Wildrettung: Drohnen im Praxis-Check

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Drohnen mit Wärmebildkameras haben das Potenzial für eine praxisgerechte Lösung, um Rehkitze vor der Mahd zu finden. Der agrarmanager Anwendern und Angebote von Firmen vor.

Zur Erkennung von Wildtieren vor der Mahd gibt es neben dem Projekt Wildretter neue Ideen aus der Industrie und praktische Erfahrungen von Anwendern. Viele Elemente eines Drohnen-Systems können je nach Einsatzzweck zusammengestellt werden. Herzstück ist der Kopter. Vom Hobbygerät für weniger als 100 € bis zum Profiflieger für rund 20.000 € ist alles erhältlich.

Engagierte Mitglieder im Maschinenring Rotenburg-Verden (Niedersachsen) haben sich die Technik zur Kitzerkennung selbst zusammengestellt. Ihre Erfahrung ist, dass die Suche zwei bis vier Stunden vor dem Beginn der Mahd starten sollte. In einer Stunde können 5 bis 10 ha gescannt werden. Auf dem Infrarot-Bildschirm sind Tiere deutlich als helle Flecken erkennbar. Entdeckte  Kitze werden aus der Wiese getragen oder die Fundstelle markiert, damit sie beim Mähen ausgespart wird.

Feldabsuche beginnt, bevor es zu warm wird

In Bayern betreibt Mathias Dirnberger ein Dienstleistungsunternehmen unter anderem mit Mietpark, Solaranlagenreinigung, Fahrsilobeschichtung und Koptereinsätzen. "2015 haben wir erfolgreich Wiesen abgesucht. Das funktioniert gut, bis es zu warm wird. Also heißt es früh anfangen.“ Als Flächenleistung gibt er 5 ha für einen 15-minütigen Flug an. Neben der Wärmebildkamera hat Mathias Dirnberger eine Kamera mit starkem Zoom montiert. „Damit kann ich Fundstellen kontrollieren und sehen, ob es auch ein Kitz ist.“ Wir stellen einen Drahtkäfig über das Tier oder bei zeitnaher Suche vor der Mahd bleibt ein Mensch beim Kitz.“ Die Flugstrecken plant Mathias Dirnberger im Büro vor. „Aber mit Google-Maps geht es auch vor Ort“, so der Drohnen-Pionier.

Sofware übermittel Fundort an Mobiles Gerät

Die Firma Rucon Engineering aus Großschwabhausen in Thüringen hat ein System mit RGB- und Infrarot-Kamerakonfiguration und Verortungssoftware entwickelt, mit dessen Hilfe der Ablageort von Rehkitzen schnell ermittelt und automatisiert an ein Mobilgerät ausgegeben werden kann. Die Software auf dem mitfliegenden Rechner interpretiert die Bilder live. Dabei passt sich das System automatisch an die Bodentemperatur an. Das soll ermöglichen, Falschfunde wie kahle Stellen oder Maulwurfshügel auszuschließen und auch tagsüber noch erfolgreich Tiere im Gras zu finden. Auch sich bewegende Objekte rechnet das System heraus. Als Flächenleistung gibt Rucon je 20-minütigem Flug 10 bis 15 ha an.

Das kostet der Drohneneinsatz

Eine gute Drohne kostet 15.000 bis 20.000 €, eine Wärmebildkamera 7.000 bis 10.000 €. Das rechnet sich nur, wenn man die Drohne als Grundgerät analog zum Traktor sieht und sie mit verschiedenen Aufgaben über das Jahr auslastet. Neben der Thermografie zur Schadensfindung an Solaranlagen sind das jeweils mit entsprechender Kamera die Inspektion von Windrädern und Hochspannungsmasten, Schadensanalyse in der Land- und Forstwirtschaft, Biomasseermittlung landwirtschaftlicher Fruchtarten, Vermessung und 3-D-Modellierung, Geländeplanung oder Trichogramma- Ausbringung. Sowohl der oben genannte Maschinenring als auch Mathias Dirnberger geben als Kosten pro Einsatzstunde 120 € an.

 


Wildrettung: Drohne scannt bis zu 10 Hektar je Stunde
  • Kitze ducken sich ins Gras und flüchten nicht. Das wird ihnen bei der Mahd zum Verhängnis.

    © Rucon
  • Mathias Dirnberger mit seinem MikroKopter an einem Bestand bei der Wildtiersuche.

    © Werkbild
  • Die Standard-Action-Cam zur normalen Bildübertragung hängt unter einem Multirotor.

    © Hahn
  • So sieht ein Kitz auf dem Kontrollmonitor der Wärmebildkamera aus.

    © Dirnberger
  • Ein von der Firma Rucon entwickeltes Programm erkennt selbstständig die Kitze und stellt die Koordinaten bereit. Das funktioniert auch bei höherem Sonnenstand, dank automatischer Anpassung an die Bodentemperatur.

    © Rucon
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