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Demonstration

1000 Bauern, 100 Themen, ein Ziel: „Umweltschutz gibt‘s nur MIT UNS!“

pd
am
13.11.2015

Augsburg - Mehr als tausend Bäuerinnen und Bauern aus ganz Bayern sind gestern auf dem Königsplatz in der Augsburger Innenstadt zusammengekommen. Zum Start der Umweltministerkonferenz (UMK) haben sie deutlich gemacht: „Umweltschutz gibt‘s nur MIT UNS!“

„Klima-, Umwelt- und Naturschutz sind wichtiger Teil der täglichen Arbeit unserer Bauern. Mit kooperativem Naturschutz, mit verschiedenen Umweltprogrammen und unserem Beitrag zum Klimaschutz werden Weiterentwicklungen und Verbesserungen in der Umweltpolitik angeschoben und umgesetzt“, erklärte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) vor den Kundgebungsteilnehmern. „Ordnungspolitische Vorgaben dagegen haben die Belastungsgrenze erreicht und sogar überschritten. Sie verschärfen den Strukturwandel; gerade kleinere und mittlere Betriebe zwingt die Politik dadurch zur Aufgabe.“ Rukwied rief die Umweltminister von Bund und Ländern auf, gemeinsam mit der Landwirtschaft praktikable Problemlösungen zu entwickeln, statt immer neue staatliche Auflagen und Maßnahmen zu erlassen oder bestehende zu verschärfen.

Vor dem Tagungshotel übergaben die Landwirte gemeinsam mit DBV-Präsident Rukwied, Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, sowie Heinrich Heidel, Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, eine Resolution an Ulrike Scharf, bayerische Umweltministerin und UMK-Vorsitzende, sowie Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium.

Noch bis zum heutigen Freitag beraten die Umweltminister von Bund und Ländern über viele Themen, die sich massiv auf die Wirtschaftsweise im Ackerbau und die Tierhaltung auswirken würden. „Gerade im Umwelt- und Naturschutz drohen für die landwirtschaftlichen Betriebe teils unüberwindliche Hürden aufgestellt zu werden – ohne jeden Sinn und Gespür für die Familien, die von ihrer Arbeit auf dem Hof und auf den Feldern leben wollen und müssen“, sagte BBV-Präsident Walter Heidl.

Er kritisiert, dass zum Beispiel die geplanten Auflagen bei der Düngeverordnung oder auch bei der Bundesanlagenverordnung gerade die bäuerlichen Familienbetriebe hart treffen – mit massiven Auswirkungen auf den gesamten ländlichen Raum, die Infrastruktur sowie die Arbeitsplätze auf dem Land. „Die Umweltminister müssen die Anliegen der Land- und Forstwirte endlich ernst nehmen und von den teils heillos überzogenen und praxisfernen Forderungen Abstand nehmen“, fordert Heidl. „Letztlich wird sonst die bäuerlich geprägte Landwirtschaft ans Messer geliefert.“

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