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Familientradition

300 Jahre auf dem Buckel

Feier
Markus Bauer
am
12.09.2017

Rudersdorf - Viele Höfe haben eine lange Tradition, aber gleich 300 Jahre Familiengeschichte können nur wenige zurückverfolgen.

Viele Höfe haben eine lange Tradition, aber gleich 300 Jahre Familiengeschichte können nur wenige zurückverfolgen. Familie Amann aus Rudersdorf konnte kürzlich dieses stolze Jubiläum zusammen mit der großen Verwandtschaft feiern.
Das letzte Treffen fand zwar erst vor fünf Jahren statt, doch diesmal war es etwas ganz Besonderes. 75 Familienangehörige kamen aus ganz Bayern nach Rudersdorf (Lks. Regensburg) auf den Hof zu Rupert und Andrea Amann, die das große Familientreffen organisiert haben.

Familie

In der achten Generation bewirtschaftet Rupert Amann mit seiner Gattin Andrea nun seit 1989 den Betrieb, inzwischen im Nebenerwerb. Erster Hofbesitzer war von 1717 bis 1753  Jakob Amann, und aus dem Jahr 1717 stammt auch die erste urkundliche Erwähnung des Anwesens. Es folgten drei Peter Amann, dann Josef Amann und Matthias Amann. Im Jahr 1954 übernahm Adalbert Amann (Vater von Rupert Amann) zusammen mit seiner Gattin Berta den Betrieb. In diesen über 60 Jahren vollzog sich ein gravierender Wandel in der Landwirtschaft mit vielfältigen Umstrukturierungen, der sich auch auf dem Hof Amann wiederspiegelt.

Spiegel des Wandels in der Landwirtschaft

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Bis Anfang der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts betrieben Adalbert und Berta Amann ihren Hof im Vollerwerb mit 15 Milchkühen und Nachzucht, dazu Weidebewirtschaftung auf vielen Hängen und Wiesen. Außerdem war Adalbert Amann im Nebenberuf als Schulbusfahrer tätig. Da sich sein Sohn Rupert in den 70er-Jahren beruflich für eine Tätigkeit als Industriemeister in Regensburg entschied, erfolgte in mehreren Schritten die Umgestaltung in einen Nebenerwerbsbetrieb. Im Jahr 1989 erfolgte dann die Übergabe des Hofes an Andrea und Rupert Amann. Und für diese stellte sich die grundlegende Frage: Neubau landwirtschaftlicher Gebäude oder aufhören? Da sowohl Rupert als auch seine Frau außerlandwirtschaftlich berufstätig waren, entschieden sie sich 1991, die Viehwirtschaft aufzugeben. „Seither betreiben wir nur noch Feldwirtschaft mit Pferdehaltung“, erläutert Rupert Amann;  das Pferd „Jakl“ ist aktuell der Tierbestand auf dem Anwesen. Auf den Feldern hat Amann vor zehn Jahren auf Bio umgestellt.

Jede Generation sucht ihren Weg

Brüder

Heute prägen nicht mehr Tiere, sondern technische Geräte und Maschinen den Amann-Hof. Denn die junge Generation, konkret Stefan und Johannes Amann, haben im Jahr 2013 die Firma „S & J Amann GbR. Forstdienstleistungen & Brennholz“ gegründet. Aber auch andere Dienstleistungen haben die zwei Brüder im Angebot: Strohpressen, Gras- und Maissilage, Heulieferung – mit entsprechenden Geräten und Maschinen. Für ihr jüngstes Projekt haben sich Stefan und Johannes Amann sogar einen Bagger angeschafft: für sechs Häuser in Rudersdorf bauten sie eine 500 m lange Fernwärmeleitung. Der Betrieb geschieht dann natürlich über die Firma der Amann-Brüder.
Eine weitere Besonderheit ist der Zusammenhalt der Großfamilie. „Die Geschwister meines Vaters haben früher ihre Ferien hier verbracht und bei der Ernte mitgearbeitet. Sie sind jedes Jahr zu diesem Anlass nach Rudersdorf gekommen“, erzählt Rupert Amann. Selbstverständlich tauschen sich – wie einst die Väter – auch die jetzigen Generationen der großen Verwandtschaft über Leben und Wirtschaften aus. Die Basis liegt aber  in einer intakten Familie; Andrea und Rupert Amann:  „Der starke Zusammenhalt zeigt sich bei uns nicht nur bei der Arbeit, sondern auch durch den gemeinsamen jährlichen Urlaub, wo auch unsere Söhne samt Anhang dabei sind.“Markus Bauer

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