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Zum Sonntag

Das Abenteuer des Lebens

Kleiner Fuchs
Pfarrer Walter Engeler
am
20.07.2017

Hesselberg - Leben heißt unterwegs sein – mit all seinen unterschiedlichen Facetten. Und dieses bietet immer wieder die Chance, Dinge zu verändern, Altes zurückzulassen und Neues zu beginnen.

In einem schwedischen Märchen wirft der Buchfink plötzlich in die mittägliche Stille einer Sommerwiese die Frage hinein: „Was ist eigentlich das Leben?“ Sofort entbrennt ein angeregtes Gespräch. Die Ameise sagt: „Das Leben ist nichts als Mühe und Arbeit.“ Der Uhu: „Man muss die Gelegenheit nutzen, wenn andere schlafen.“ Ein junger Mann sinniert: „Das Leben ist ein ständiges Jagen nach dem Glück und eine Kette von Enttäuschungen.“ Und der Maulwurf nennt das Leben „einen Kampf im Dunkeln“.

Das sind Aussagen, die wir auch in der Familienberatung hören. Man kennt es, dass man sich wie eine Ameise fühlt und Fleiß und Mühe das Leben prägen. Oder wie ein Maulwurf, weil man regelrecht kämpfen muss um sein Recht. Ja, das Leben ist anstrengend, manchmal mühsam und manchmal sogar erdrückend.

Aber das ist nur die eine Seite. Zum Glück gibt es auch die andere. Im Märchen beschreibt der Schmetterling das Leben als „Freude und Sonnenschein.“ Man muss jedoch Augen dafür haben. Wir entscheiden, ob wir offen sind für die schönen Seiten des Lebens oder ob wir nur auf das Negative blicken. Und dann sind im Märchen noch die Heckenrose und der Adler, die das Leben als Entwicklung beschreiben, und die Weide, die sagt, das Leben sei „ein sich Neigen unter einer höheren Macht“.

Was ist eigentlich das Leben? Vielleicht könnte man sich darauf einigen: Leben heißt unterwegs sein – mit all seinen unterschiedlichen Facetten. Und dieses bietet immer wieder die Chance, Dinge zu verändern, Altes zurückzulassen und Neues zu beginnen.

Leben heißt unterwegs sein, das ist auch die Botschaft der Bibel. Und sie fordert uns auf, das Leben mutig und zuversichtlich anzugehen. So etwa im Römerbrief: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet!

Das wünsche ich Ihnen, liebe Leser, dass Sie Ihr Abenteuer Leben auf diese Weise erfahren: da, wo es möglich ist, so unbeschwert wie ein Schmetterling zu sein, mit offenen Augen und Sinnen für die schönen Dinge des Lebens. Und schließlich mit dem Gottvertrauen, welches im Märchen die Weide beschreibt.

 

Hesselberg

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