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Nikolaustag

Advent: Zeit der Freude

Dekan Thomas Guba, Bad Berneck
am
06.12.2018

Der Nikolaustag, aber auch der ganze Advent sind Meilensteine in der Vorbereitung auf Weihnachten.

Sack des Nikolaus

Einmal hat man mich in den Sack gesteckt. Tatsächlich. Es war ein Nikolausabend meiner Kindheit, mit Schnee, Kälte und Dunkelheit. Es klopfte am Fenster und schon kam eine düstere Gestalt in die Küche, steckte mich in den Sack und nahm mich mit. Es war ein Schock für mich, eine kindliche Katastrophe. Der falsch verstandene Nikolaus hat mich in den Sack gesteckt und mitgenommen, darüber kam ich lange nicht hinweg. Dabei war ich, nach Aussage aller, die mich kennen, ein sehr braves Kind. Es gab also gar keinen Grund dafür. Ich aber hatte jahrelang richtig Angst vor diesem Tag.

Nun, unsere Bräuche sind heute Gott sei Dank andere. Wir stellen Stiefel raus, bekommen nett hergerichtete kleine Geschenke. Und das hat ja seinen Grund darin, dass der Nikolaus durch seine guten Taten und Geschenke, die er machte, Menschen das Leben verbessert und Not gelindert hat. Bis zur Reformation war der Nikolaustag der Tag der Geschenke für die Kinder, erst später kam dann das „Christkind“, das die Geschenke bringt. Na ja, auch mich hat wohl weniger der Nikolaus, als vielmehr der Knecht Ruprecht in seinem Sack verschleppt. Wieso, so frage ich mich, können wir nicht einfach das Gute stehen lassen und brauchen dann immer wieder die andere Seite, das Böse, das, was uns Angst machen möchte?

Ich plädiere für den „Freude bringenden Nikolaus“. Angstmachendes haben wir doch schon genug. Ich muss es hier nicht aufzählen. Und Drohgebärden haben Menschen noch nie geholfen. Der bereits vergangene Nikolaustag, aber auch der ganze Advent: Das sind Meilensteine in der Vorbereitung auf Weihnachten. Das ist ein Fest der Freude. Da kommt der Retter, der Heiland in die Welt. Die Knecht Ruprechte dieser Welt sind besiegt und wir brauchen sie nicht mehr. Das Böse ist besiegt.

Ich wünsche Ihnen in der Adventszeit genau diese positiven Erfahrungen, dass das Böse keine Macht hat und wir viel Freude an unserem Leben und unseren Festvorbereitungen haben können. Der Nikolaus hat es vorgemacht. Er hat geschenkt, hat die Not gesehen und sie gelindert. Das lässt mich hoffnungsvoll sein.

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