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Zum Sonntag

Adventszeit – Zeit zum Trost

Advent Kerze
Werner Lauterbach Pfr.i.R. Röckingen
am
30.11.2017

Für mich gehört die Adventszeit mit zur schönsten Zeit im Kirchenjahr.

Es sind die Tage, in denen uns das warme Kerzenlicht begleitet; aber auch Hoffnungsbilder werden uns in Liedern, Predigten, Andachten, Feiern und besinnlichen Worten vor die Augen gemalt. Es ist eine besinnliche Zeit, die wir brauchen, wie die Luft zum Atmen. In einem Wort aus der Bibel klingt der älteste Gedanke zum Advent an: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott!“ Jesaja 40,1.

Zu allen Zeiten waren Menschen trostbedürftig und sehnten sich nach jemandem, der zu ihnen kommt und sie aufrichtet. Unter die drei wichtigsten Aufgaben der christlichen Gemeinde fällt auch das Trösten. Gibt es etwas Schöneres und zugleich Schwereres als zu trösten? Jemanden aufsuchen in seiner Niedergeschlagenheit und seinem Schmerz, ihm nahe sein, ihm Mut machen, ihm Halt geben, Worte finden, die wie Balsam auf einer Wunde wirken?

Und doch, wie schwer ist das, die rechten Worte, die richtige Geste zu finden. Es muss da schon mehr kommen als ein paar aufmunternde Worte und mitfühlendes Schulterklopfen. Weil dies für uns Menschen so schwer ist, lenkt der Prophet Jesaja den Blick zunächst von uns selbst weg, hin zu Gott.

Gott selber will die Verantwortung für unseren Trost tragen. Er selbst bürgt für die Echtheit seines Trostes. Und der Grund für den Trost liegt darin, dass Gott selbst zu uns kommen will. Gott überlässt die Welt nicht sich selbst und ihrem Jammer. Durch Jesus Christus erleben Menschen die Ankunft Gottes, und das verändert ihr Leben.

Auch heute will Jesus an vielen Stellen kleine Lichtzeichen der Hoffnung anstecken. Er möchte uns klar machen, dass wir und auch die Welt nicht am Ende sind, dass Gott noch manche Möglichkeit für unser Leben hat und manchen Weg für uns weiß, selbst wenn dies uns jetzt noch verborgen ist.
Ich wünsche, dass es uns gelingen möge, hin und wieder dem Sog der Gechäftigkeit und Hetze zu entrinnen und uns auf das Wort vom Trost und Kommen Gottes einzulassen. Wir könnten dann Getröstete werden und auch lernen, andere zu trösten.

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