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Zum Sonntag

Nicht ängstlich, nicht unbedarft

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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Wegkreuzung
© imago/Chromorange
von , am
18.05.2017

Gaißach - Es gibt zwei konkurrierende Menschentypen. Die einen eher ängstlich bewahrend, die anderen ungestüm nach vorne preschend. Ein Mittelweg wäre da gut.

Beide haben Gutes und weniger Gutes an sich. Ein Mittelweg wäre da gut, doch wie kann man den erreichen? Dabei könnte die biblische Botschaft des Festes Christi Himmelfahrt, das wir in der nächsten Woche am Donnerstag feiern, hilfreich sein. Hier werden die Jünger zunächst als ängstlich bewahrend hingestellt, dann wird ihnen der Blick in die Weite durch Jesus geöffnet.

Die Menschen wollen alles erforschen und ergründen und stellen fest, dass vieles geschieht, was sie nicht beeinflussen können. Das macht manchen Angst. Terrorangriffe und Länder, die von diktatorischen Führern geleitet werden. Naturkatastrophen und Wetterkapriolen bestimmen die Abläufe der Natur. Persönlich geht es den meisten in unserem Land gut, dennoch gibt es dann wieder Ereignisse, die einen an den Rand der Existenz führen. Können wir das nicht besser in den Griff bekommen?

Es gibt aber heute auch die Menschen, die locker in den Tag hinein leben. Sie fühlen sich sicher und getragen von sozialen Absicherungen und menschlichen Beziehungen, in denen sie leben. Jesus geht es nicht um den einen oder anderen. Er möchte verantwortliches Handeln zusammenführen, sodass keine Ängste entstehen, aber auch kein oberflächliches Hineinleben in den Tag. Die ängstlichen Jünger müssen aufschauen, damit sie Jesus, der in den Himmel auffährt, nicht aus den Augen verlieren. Denen, die fröhlich hüpfend in den Tag hinein leben, wird Bodenhaftung verordnet. Sie bekommen einen Auftrag, der die Augen auf die Mitmenschen lenkt, die neben ihnen leben.

Mit dieser christlichen Grundhaltung können wir die Welt verändern. Wir sollen keine lärmenden Parolen nachplappern, brauchen nicht verängstigt sein. Jesus sagt: Seid gewiss! Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Bei der Himmelfahrt trug er immer noch die verheilten Wunden der Kreuzigung. Auch wir können nicht alles Schreckliche dieser Welt verhindern. Wir können aber mithelfen, dass eine Heilung möglich ist.

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