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Öffentlichkeit

Agrar-Familie gegen Bauernbashing

Hofmolkerei
Familie Kneißl aus Rengersricht (Opf.) war beim Vorentscheid zur Agrar-Familie 2017 Sieger in der Kategorie Betriebsentwicklung. © Markus Bauer
Sepp Kellerer, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
17.05.2018

Der Wettbewerb Agrar-Familie will die Vielzahl an positiven Facetten in der Landwirtschaft zeigen und damit ihr Bild in der Gesellschaft zurechtzurücken.

Die nordrhein-westfälische Ministerin für Landwirtschaft Christina Schulze Föcking ist zurückgetreten. Das ist im Grunde nur eine kleine Meldung wert. Aber die Begründung der Bäuerin für ihren Rücktritt lässt aufhorchen: „In den vergangenen Monaten und Wochen habe ich in anonymen Briefen und ganz offen im Internet Drohungen gegen meine Person, meine Gesundheit und mein Leben erfahren, die ich nie für möglich gehalten hätte und die das Maß des menschlich Zumutbaren weit überschritten haben.“

Sicher hat die Ministerin das knappe Jahr, das sie das Amt innehatte, nicht immer glücklich agiert, aber wenn sie Verfehlungen begangen hat, dann gibt es rechtsstaatliche Mittel und demokratische Verfahren, um die Sachverhalte aufzuklären. Sicher musste man damit rechnen, dass die Tierhaltung einer Ministerin bzw. ihrer Familie unter besonderer Beobachtung steht, aber das kann keine Rechtfertigung für illegales Betreten der Ställe und illegale Aufnahmen im Stall sein.

Warum verlassen interessierte Kreise also den Boden des Rechtsstaates und des respektvollen Umgangs von Menschen untereinander? Weil sie die Regeln der Natur ganz oben anstellen und dort das Prinzip von Fressen und Gefressenwerden gilt? Weil sie so große Angst vor Sachverstand haben und es nicht sein kann, dass jemand vor dem Fällen einer Entscheidung am eigenen Leib bzw. im eigenen Betrieb abschätzen könnte, was das für Folgen hat?

Nun ist Nordrhein-Westfalen weit weg und die Dinge dort sind aus Bayern oder Österreich nur schwer exakt zu bewerten, aber der eine oder andere Aspekt des eben Geschilderten ist auch schon bayerischen Bäuerinnen und Bauern widerfahren.

Sich deshalb ins Schneckenhaus zurückzuziehen und sich wegzuducken, wäre aber der falsche Weg. Es gilt die Landwirtschaft mit all ihren Facetten, vor allem mit der Vielzahl an positiven Facetten, ins rechte Licht zu rücken und damit ihr Bild in der Gesellschaft zurechtzurücken.

Ein bisschen möchten auch wir dazu beitragen mit unserem Wettbewerb Agrarfamilie, den wir nach dem großen Erfolg von 2017 auch heuer wieder durchführen. Wir sind uns sicher, dass Sie, liebe Leser, in der Betriebsentwicklung, in der Öffentlichkeitsarbeit oder im Sozialen Engagement Konzepte haben, die die Berufskollegen und die Öffentlichkeit überzeugen, also bewerben Sie sich.

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