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Verheißung

Aufnahme Marias in den Himmel

Himmel
Pfarrer Josef Dotzler, Neufahrn
am
09.08.2018

Am 15. August feiert die katholische Kirche das Fest der „Aufnahme Marias in den Himmel“.

Der kirchliche Kalender bringt den Unterschied zu Christus auf den Punkt: Jesus fährt in den Himmel auf. Maria wird aufgenommen. Auf alten Bildern, z. B. in der Kirche Santa Maria in Trastevere in Rom, ist das so dargestellt: Jesus steht am Sterbebett seiner Mutter und hebt ihre Seele empor. Die Hl. Schrift erzählt uns nichts vom Lebensende der Mutter Jesu. Sie nennt nicht einmal den Ort ihres Todes oder ihres Grabes. Eines wird in Jerusalem und ein anderes in Ephesus gezeigt.

Im sechsten Jahrhundert entstand die Legende: Die Jünger hätten das Grab Marias nochmals geöffnet und ohne Leichnam vorgefunden, aber mit Blumen und wohlriechenden Kräutern. Davon leitet sich der Brauch der Kräutersegnung her.

An diesem Feiertag der „Aufnahme Marias“ feiern wir Katholiken allerdings nicht eine fromme Legende; wir feiern unsere eigene Zukunft, in die Maria uns vorausgegangen ist. In der Offenbarung des Johannes lässt Christus der Kirchengemeinde von Smyrna sagen und ebenso uns allen, die an ihn glauben: „Sei treu bis in den Tod; dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben“ (Kap. 2, Satz 10).

Maria hat in unübertrefflich vorbildlicher Weise Gott die Treue gehalten in guten und in schwierigen Zeiten. Deshalb glauben wir, dass Gott an ihr dieses Wort erfüllt hat. „Mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben“, sagt ein Kirchengebet. „Leib und Seele“, das ist ein bildhafter Ausdruck für den ganzen Menschen. Das bedeutet: Es war nichts an Maria, das nicht zur strahlenden Reinheit Gottes gepasst hätte.„Himmel“ ist im christlichen Verständnis kein Ort, auch nicht irgendwo oben im Weltraum, sondern ein Zustand. Deshalb gibt es im Himmel nicht die Materie, aus der unser Körper hier auf der Erde besteht. „Himmel“, das ist Gottes Gegenwart ohne die Einschränkung durch irdische Begrenzungen. Diesen Himmel hat Jesus uns versprochen. In der Aufnahme Marias sehen wir ein Bild unseres eigenen Lebenszieles: Einmal ganz und für immer bei Gott zu sein.

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