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Berufswettbewerb 2017

Eine einmalige Erfahrung

Jonas Weigand
Regina Vossenkaul
am
26.06.2017

Euerbach - Der angehende Forstwirt Jonas Weigand aus Unterfranken errang Platz zwei beim Finale des Berufswettbewerbs. Dort konnte er viele wichtige Erfahrungen sammeln.

Sehr zufrieden war der angehende Forstwirt Jonas Weigand schon mit dem 2. Platz beim Landesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend. Immerhin ist der 19-Jährige erst im ersten Lehrjahr. Er hatte sich damit für den Bundesentscheid in Mecklenburg-Vorpommern qualifiziert und auch beim Finale Platz zwei errungen. „Ich bin sehr stolz auf die Leistung von Jonas. Zum ersten Mal, seit wir an diesem Wettbewerb teilnehmen, haben wir einen Vizemeister auf Bundesebene“, freut sich Karl-Heinz Reder. Er ist Jonas Ausbilder beim Bundesforstbetrieb Reußenberg, der zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört. Die Wälder des Truppenübungsgeländes Hammelburg werden dort betreut, es gibt eine Werkstatt und viele Aufgaben auf dem waldreichen Gelände, wie in einem normalen Forstbetrieb. Reder lobt: „Jonas hat ein Händchen für die Waldarbeit und die Arbeit mit Holz. Was man ihm sagt, kann er umsetzen und er zeigt auch den nötigen Ehrgeiz.“

Gutes Ergebnis trotz Nervosität

Bei den Prüfungen im Wettbewerb war er zwar sehr aufgeregt, wie Jonas erzählt. Trotzdem konnte er den theoretischen Teil gut bewältigen. Darin mussten die angehenden Forstwirte Fragen aus dem Berufsumfeld beantworten und in einer Präsentation Politiker von der Notwendigkeit zu überzeugen, weiterhin Forstwirte auszubilden und sie dann auch zu übernehmen. „Etwas Glück gehört auch dazu, eine gute Tagesform und dass die richtigen Fragen kommen“, meint der Auszubildende. Er war gut vorbereitet und konnte mit den anderen 21 Teilnehmern mithalten, von denen einige als Azubis im zweiten oder dritten Lehrjahr eigentlich einen Wissensvorsprung hatten.
Im praktischen Teil bekam er die volle Punktzahl beim Anfertigen eines Fledermauskastens. „Ich weiß, dass Feldermäuse auf Zug empfindlich reagieren und der Kasten deshalb keine Lücken haben darf. Außerdem brauchen sie eine raue Fläche zum Festkrallen“, schildert der Auszubildende die Herausforderung. Ein Leichtsinnsfehler unterlief ihm dagegen beim Baumpflanzen. Es galt, in sieben Minuten zehn Pflanzen in den richtigen Abständen fachgerecht in die Erde zu bringen. Eine weitere Aufgabe war es, einen Stamm mit 30 Ästen mit der Motorsäge in 40 Sekunden zu entasten. Das klappt nur mit einer bestimmten Schnitttechnik, die der 19-Jährige zuvor im Ausbildungsbetrieb geübt hatte. Am entasteten Stamm durfte nichts überstehen. Jedes Missgeschick gab Punktabzug. Auch Die Motorsägen für den praktischen Teil mussten die Prüflinge selbst mitbringen, ebenso die Pflanzgeräte, Transportbehälter und die Sicherheitsausrüstung. Alle Arbeitsmittel mussten in einwandfreiem Zustand sein und wurden von einem Richter überprüft.
„Der praktische Teil war stressig“, fasst Jonas den Tag zusammen. Obwohl das Finale mit viel Stress verbunden war, so hatte Jonas auch viel Spaß dabei. Er bedauert, dass es Betriebe gibt, die ihre Auszubildenden nicht für die Teilnahme am Berufswettbewerb freistellen. Die Erfahrungen, die er bei den Wettbewerben gemacht hat, kommen ihm auch im Berufsleben zugute, er hat viele Berufskollegen kennengelernt und konnte Erfahrungen austauschen. Gewonnen hat er auch etwas: Für den zweiten Platz gab es eine Motorsäge, einen Helm und eine Axt. Die feierliche Preisübergabe erfolgt in Berlin während des Deutschen Bauerntags Ende Juni durch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.
Arbeit in der Natur und an der frischen Luft
Nach dem Finale zurück in Euerbach (Lks. Schweinfurt), wo Jonas aufgewachsen ist, wurde er auch von seinen Eltern voller Stolz empfangen. Seine Leidenschaft für die Arbeit in der Natur und an der frischen Luft liegt in der Familie, auch wenn den Betrieb des Großvaters sein Onkel übernommen hat. Deshalb stand für den Auszubildenden nicht gleich fest, ob er Landwirt oder Forstwirt werden wollte. Nach mehreren Praktika und Bewerbungen hat Jonas sich für das Berufsziel Forstwirt entschieden. Die Abschlussprüfung zum Forstwirt soll aber nicht das Ende der Ausbildung sein. Der 19-Jährige will noch ein Forstwirtschaftsstudium, vorzugsweise in Weihenstephan, anhängen. 

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