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Gedenken

Erlöst aus Sklaverei

Pfarrer Martin Bek-Baier Rothenburg ob der Tauber
am
02.03.2018

Am 2. März ist Weltgebetstag. Frauen – und nicht nur die – feiern und beten rund um den Globus in Gemeinden und Gruppen.

Surinam

Ich hab in diesen Tagen in einer Zeitung ein Bild gesehen: Frauen mit dunkler Hautfarbe und farbigen Gewändern ziehen durch die Straßen und schwenken ausgelassen bunte Fähnchen. Am 2. März ist Weltgebetstag. Frauen – und nicht nur die – feiern und beten rund um den Globus in Gemeinden und Gruppen. Sie denken dabei besonders an die Menschen in einem bestimmten Land. Dieses Jahr ist es Surinam.

Wo liegt das überhaupt? Ich musste auch erst nachschauen. Es ist ganz oben in Südamerika, nördlich von Brasilien. An so einem Weltgebetstagsabend erfährt man über die Menschen des „Gastgeberlandes“ mehr. Frauen aus Surinam haben in diesem Fall Informationen und einen Ablauf zusammengestellt, wie man weltweit ökumenisch beten und feiern kann. In den Informationen erfährt man, dass Surinam bis ins 19. Jahrhundert niederländisch besetzt war. Die Frauen auf „meinem“ Bild feiern den Nationalfeiertag Surinams, den „Tag der gebrochenen Ketten“.

1863 schafften die Niederländer die Sklaverei in den Kolonien Surinam und den Niederländischen Antillen ab. 45 000 Sklaven bekamen ihre Freiheit. Die „Halter“ der Sklaven bekamen damals pro Person 300 Gulden als Ausgleich für die weggefallenen Arbeitskräfte zugesprochen. Allein zwischen 1650 und 1830 hatten Sklavenhändler rund 200 000 Menschen von Afrika nach Surinam verschifft. Furchtbare Zeiten waren das!

Dass dies ein Ende hatte, ist wahrlich ein Grund zur Freude und zum Feiern, bis heute. Im übertragenen Sinn erinnert die Geschichte von Versklavung und Befreiung von den Ketten der Menschen von Surinam an die Worte der Bibel (Brief des Paulus an die Römer Kapitel 6).Wir begehen im Moment in den 40 Tagen vor Ostern die Passionszeit.

Ein Thema ist dabei die Versklavung und Gefangenschaft des Menschen in Schuld und Sünde. In diesen Tagen denken wir daran und bereiten uns auf das große Fest der Befreiung vor: Karfreitag und Ostern. Jesus starb am Kreuz. Unsere Schuld und Sünde ist damit vor Gott aufgehoben. Mit der Auferstehung an Ostern sind wir von ihnen befreit. Ein Grund fröhlich zu feiern und im Gebet zu danken.

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