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Familie ist ein wertvolles Gut

Familie
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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
10.05.2019

Die Rolle der Kinder und auch die der Mütter haben sich mit den Entwicklungen in der Gesellschaft geändert.

Familie

Mir wäre nie eingefallen, meinen Vater oder meiner Mutter zu widersprechen.“ „Ich hätte gerne eine höhere Schule besucht. Aber man brauchte mich daheim auf dem Hof.“ „Mütter müssen Beruf, Karriere, Mann, Kinder vereinbaren und dabei auch noch top aussehen.“ „Ich durfte selbst entscheiden, was ich machen wollte.“ Vier Aussagen von drei Frauen aus drei Generationen, die gemeinsam auf einem

Hof leben. Es ist nicht so schwer zu erraten, zu welcher Generation. Drei Frauen – drei Welten? steht als Überschrift über dem Beitrag und die Frage ist klar mit nein zu beantworten, schon aus der Tatsache heraus, dass sie gemeinsam auf einem Hof leben, auf einem, auf dem die Familie funktioniert.

Der Blick auf das Gestern und das Heute zeigt, dass sich die Rolle der Kinder und auch die der Mütter – ja genau, am Sonntag ist Muttertag – mit den Entwicklungen in der Gesellschaft geändert haben. Und so bedarf es auch keiner besonderen prophetischen Gabe, um zu dem Schluss zu kommen, dass sich das Verhältnis von Müttern zu Töchtern, von Vätern zu Söhnen, von Eltern zu Kindern auch weiterhin ändern wird. Die Frage, wohin sich dieses Verhältnis entwickelt, kann einem ein paar Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Die junge Leute investieren heute viel Zeit und Engagement in die Ausbildung und es ist nur zu verständlich, wenn dies dann auch im Beruf umgesetzt wird. Die Kinder müssen dann so früh wie möglich in die Kita, wo sie hoffentlich eine gute Betreuung finden. Dann folgen Kindergarten, Schule, die eigene Ausbildung und ein Job, in dem man sich hoffentlich selbst verwirklichen kann. Und was passiert, wenn dann die Eltern irgendwann Hilfe brauchen? Dann sollten genügend Pflegeplätze zur Verfügung stehen.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Einschätzung nicht richtig liege, aber das Thema gehört aus meiner Sicht mal auf den Tisch. Und wenn dies ausgerechnet zum Muttertag passiert, dann keinesfalls, um den Frauen ein schlechtes Gewissen einzureden. Das Thema trifft die Männer genauso.

Jetzt bin ich aber weit weg von der eingangs beschriebenen Bauernfamilie. Oder ganz nah dran, weil Bauernfamilien ein Lösungsmodell für die oben genannten Probleme sind, weil dort die Familie vielfach so gelebt wird, wie es ihr als ein Kernelement unserer Gesellschaft zusteht.

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