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Ente

Freude und Lob Gottes

Mähdrescher
Pfarrer i. R. Paul Geißendörfer, Heilsbronn
am
11.07.2019

In diesen Tagen erleben wir die Ernte,

Beim Propheten Jesaja (9,2) lese ich „Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte.“ Es sind Erntewochen. Wir haben beobachten können, wie das Saatkorn gewachsen und gereift ist. In diesen Tagen erleben wir die Ernte, das Einsammeln des Getreides mit großen Maschinen. Was früher in kleinen Parzellen mit großer Mühe von Hand gemäht, als Garben aufgestellt, in der Scheune wochenlang mit Flegeln gedroschen worden ist, wurde in schweren Säcken auf den Getreideboden hinaufgetragen oder verkauft. Dieser Erntevorgang wird heute in wenigen Tagen erledigt. Doch selbstverständlich ist eine gute Ernte nicht. Gott sei Dank gibt es auch heute noch meist im Frühsommer Bittgottesdienste um Saat und Ernte und am Ende steht das Erntedankfest.

So sehr der Erntevorgang eine große Mühe war, ebenso groß war die Freude über die Frucht. In ihr war die Güte und Freundlichkeit Gottes zu erkennen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Wachsen und Reifen problemlos vor sich gehen. Große Unwetter können sich auf Wald und Feld zum Teil vernichtend auswirken. Heutzutage wird dies als Folge der Klimaveränderung und der Umweltverschmutzung angesehen.

Allein im Alten Testament haben wir eine Reihe von Liedern, wie Psalm 104, die als Schöpfungspsalmen bezeichnet werden. In ihnen wird deutlich, wie sehr der Mensch seines Schöpfers gedenkt. Hier wird keinem Automatismus von Wachsen und Reifen das Wort gesprochen. Es ist das Vertrauen des Menschen zu Gott, der Nahrung und Speise zur rechten Zeit gibt. Keiner will dabei die Hungersnöte auf der Welt ausblenden. Trotz allem bleibt es bei der Freude über die Ernte, ob gering oder reichlich. Er lässt uns im Vaterunser um das „tägliche Brot“ bitten und nimmt unseren Dank dafür entgegen. Die oft vergessenen Tischgebete lassen uns dies in Bitte und Dank deutlich werden. „Der Herr ist freundlich und seine Güte währt ewig“. Im Sakrament des Altars schenkt Gott uns in dem gesegneten Brot und im Wein Speise des Lebens, zum ewigen Leben. Dafür unsere Freude und unseren Dank.

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