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Botschaft

Frieden geben und Wort halten

Frieden
Theologe Peter Riel, Nürnberg
am
23.05.2019

So verändert der Friede, den Jesus seinen Jüngern zum Abschied vermacht hat, jedes Leben in dieser Welt.

In allen Zeiten sehnten sich Menschen nach Frieden, so besonders zur Zeit Jesu. Als Petrus den Kampf um den Endfrieden mit seinem Schwert beginnen wollte, sagte Jesus: das ist nicht mein Weg. So mussten die Jünger statt des ersehnten Friedens erleben, wie ihr Friedenskönig gewaltsam umkam und am Kreuz starb. Erst im Nachhinein verstanden sie, dass Jesus ihnen einen anderen Frieden gibt, als die Welt ihn geben kann. Und natürlich waren sie erschrocken und fürchteten sich, als es so weit war, weil sie sich den Weg zum Frieden anders vorgestellt hatten.

Wie aber schaut der Friede aus, den Jesus seinen Jüngern als Vermächtnis hinterlässt? Der Friede Gottes mit den Menschen bildet das Fundament, schreibt der Evangelist Johannes. So verändert der Friede, den Jesus seinen Jüngern zum Abschied vermacht hat, jedes Leben in dieser Welt. Und es ist nicht der Friede, den sich die Welt so denkt, ein Friede, der erst dann kommt, wenn lange genug Krieg geführt wurde. Im Gegensatz dazu geht der Friede Jesu nicht mit Gewalt vor und hinterlässt gerade deshalb sichtbare Spuren der Versöhnung.

Im Sonntagsevangelium des Johannes heißt es, dass hierbei der Heilige Geist die Jünger auf besondere Weise bestärkt: „der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“. Nur Erinnerungen verblassen und geben mit der Zeit oft ein Zerrbild von dem wieder, was gewesen ist.

Jesu Worte intensivieren die Erinnerungen und verweisen auf die unbesiegbare Liebe: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. “Die Liebe ist also gleichsam das Lebenselixier der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Und sie zeigt sich in allem, woran der Mensch sein Herz hängt, beschrieb Martin Luther einmal zutreffend.

Johannes bringt all das zusammen. Wer sein Herz Jesus schenkt, schenkt es Gott und umgekehrt und wird Wort halten. Am Ende aber stärkt Jesu Wort alle Suchenden: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ T

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