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Zum Sonntag

Die Gaben des Heiligen Geistes

Heiliger Geist
Pfarrer Josef Stöckl
am
01.06.2017

München - Ich glaube an den heiligen Geist“, so beten wir Christen beim Gottesdienst. Viele hoffen, dass er in unserem Leben nicht zu viel durcheinanderbringt, sondern uns wieder mehr Linien zeigt, wie wir heute als Christen leben sollen.

Ist der Heilige Geist nur etwas für Christen oder kann man ihn auch anderswo erleben? Ich glaube, dass der Heilige Geist grenzenlos ist. Es wäre vermessen zu meinen, das Gute sei nur bei den Christen zu finden. Da haben wir inzwischen andere Erfahrungen machen müssen. Nicht nur Christen haben ein Abonnement auf den Heiligen Geist. Alle Menschen, schwarze und weiße, Muslime und Hindus, arme und reiche, schöne und weniger schöne, kluge und weniger kluge, Kinder und alte Menschen, sie alle sind geistbegabt. Nicht alle gleich, aber wir könnten uns gut ergänzen. Alle sind wir Menschen, Geschöpfe des einen Schöpfers, der uns die Fähigkeit mitgibt, nach Gott, unserem Schöpfer, zu fragen, ihn zu entdecken und an ihn zu glauben. In uns steckt eine ruhelose Sehnsucht, unseren Ursprung zu ergründen. Es tut auch gut, mit Gottes Geist zusammen das Leben zu gestalten. Es ist der Geist, der uns leben, der uns singen und tanzen lässt, der Bewegung bringt. Es ist Gottes Odem, der die Vitalität und Kraft, die Lebensfreude und Kreativität auf den Menschen überträgt – auch die Freiheit, „Ja“ und sogar „Nein“ zu sagen zu Gott.

Im bäuerlichen Bereich sind wir besonders gesegnet, weil wir uns tief mit der Natur verbunden erleben. Wachsen, Reifen, Blühen, Frucht bringen, aber auch Vergehen und Sterben sind angefüllt mit dem Geheimnis des Heiligen Geistes und seinen Gaben: Wärme, Licht, Leben, Vertrauen, Freude, Liebe, Frieden …

Von solchen Gaben viel mitbekommen, sie aufnehmen und umsetzen ins eigene Leben, das baut in uns einen großartiger Schatz auf. Miteinander und mit Gott zusammen das Leben feiern, führt uns noch tiefer ins Leben hinein. Setzen wir dem Heiligen Geist keine Grenzen, sondern öffnen wir uns für ihn, suchen wir ihn, fragen wir nach ihm und danken wir für sein Lebensgeheimnis und für seine Gaben.

 

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