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Achtsamkeit

Gibt’s den guten Hirten noch?

Schaf
Dekan Thomas Guba, Bayreuth-Bad Berneck
am
02.05.2019

Hilfestellung noch gibt. Gott sei Dank.

Den guten Hirten, gibt es den noch? Ja, ab und zu sieht man noch einen Schafhirten mit seinen Schafen auf der Weide. Aber präsent ist uns dieses Bild nicht mehr. Eigentlich soll ja Jesus der „gute Hirte“ sein und am kommenden Sonntag feiern wir in der evangelischen Kirche den „Hirtensonntag“. Da geht es um den Bibeltext in Johannes 10, ab Vers 11. „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“, das ist so der Spitzensatz dabei.

Ja, den guten Hirten gibt es noch. In einer Reportage stand vor einiger Zeit, dass bei einem Almabtrieb über 350 Schafe von der Alm ins Tal kamen. Ein Mutterschaf und sein Lamm haben gefehlt. Na ja, könnte man sagen: Ein bisschen Schwund ist immer. Nicht so dieser Hirte. Der Hirte ist tatsächlich am nächsten Tag mit seinem Hütehund und fünf bis sechs anderen Schafen wieder auf die Alm gegangen, um das verlorene Schaf „anzukitzeln“. Ob das geklappt hat, weiß ich nicht mehr, aber er hat sich um die zwei verlorenen Schafe gekümmert.

Dass Jesus das auch tut und ihm jeder einzelne von uns wichtig ist, das ist das eine, das können wir glauben. Dass wir es auch so tun, ist das andere. Oder ist es nicht so, dass wir uns verantwortungsvoll kümmern, wenn es jemandem in der Familie schlecht geht, wenn er oder sie verloren zu gehen scheinen, wenn Hilfe nötig ist? Ich sehe schon, dass es diese Hilfestellung noch gibt. Gott sei Dank.

Ja, gute Hirten, nicht im Sinne von Aufpassern, aber gute Hüter unseres Zusammenlebens, unseres Umgangs miteinander und mit der Natur, unseres Lebensraums, das sind wir alle. Denn wir wollen uns ums Verlorene kümmern, nein, besser: Wir wollen darauf achten, dass nichts verloren geht, jeder und jede zu ihrem Recht kommt.

Ich wünsche Ihnen, das Sie vielen Menschen begegnen, die diese Achtsamkeit an den Tag legen, die Hirteneigenschafen besitzen und sie dennoch nicht einengen. Jesus ist ein ein tolles Vorbild: Er hat die Menschen geliebt, ihnen ihre Freiheit gelassen und sich um die gekümmert, die am Rande standen. Wenn das nicht eine Steilvorlage für uns ist.

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