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Wiederauferstehung

Der Grabstein als Lebenszeichen

Leichnam Jesu
Pfarrer i. R. Werner Lauterbach, Röckingen
am
28.03.2018

Es gibt wohl keinen unter uns, der nicht schon einem lieben Menschen auf dem Weg zum Grab das letzte Geleit gegeben hätte.

In den vergangenen Tagen werden viele die Gräber ihrer Lieben mit frischen bunten Frühlingsblumen bepflanzt haben. Diese Blumen sind Zeichen des Gedenkens an jenen Tag des Abschieds. Zugleich aber ist das Schmücken der Gräber ein Zeichen der Dankbarkeit und Achtung für jene, die uns für immer verlassen haben.

So mag es auch den Frauen ergangen sein, die am Ostermorgen zum Grab Jesu gingen. Was sie in Händen hielten, Gefäße mit wohlriechenden Salben, waren Zeichen der Liebe und Verehrung und zugleich die des endgültigen Abschieds. Mit tiefer Trauer machten sie sich auf den Weg zum Grab, in dem nicht nur der Leichnam Jesu lag, sondern mit ihm auch viele Hoffnungen, Erwartungen und ungelebte Gemeinschaft.

Diese Erfahrung kennen auch wir, dass der Tod innige Beziehungen abreißt und der Grabstein mit seinen wenigen Worten und Zahlen allein noch Auskunft gibt über den, der da ruht. Ist dieser Stein nicht das Symbol für die Endgültigkeit des Todes geworden?

Aber gerade der Grabstein wird in der biblischen Ostergeschichte zum Lebenszeichen: Er ist fortgeschoben; das Grab ist leer. Das Tor des Todes wird zum Tor des Lebens. Das ist die totale Wende, die Umkehrung dessen, was bis dahin als unerschütterlich galt: die Macht des Todes. Mit der Auferweckung Jesu hat Gott ein entscheidendes Zeichen gesetzt.

„Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten?“ Diese Frage des Engels an die Frauen gerichtet, könnte man die zentrale Frage des Christentums nennen. Was uns als Christen kennzeichnet ist ja der Glaube an den lebendigen Jesus, der als der Auferstandene uns zuspricht: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.

Seit Ostern brauchen wir nicht mehr in Trauer und Leid zu versinken, weil uns eine Hoffnung geschenkt wird, die auch an der Grenze des Todes nicht Halt macht.

Röckingen

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