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Zum Sonntag

Das Haus Erde

Weltkugel
pd
am
29.06.2017

Erdweg - Wir stehen mitten im Jahr – kirchlich gesprochen im Jahreskreis. Es werden Texte aus dem Matthäus-Evangelium gelesen. Wir hören von der Nachfolge Jesu und von der Liebe zu ihm.

Wir stehen mitten im Jahr – kirchlich gesprochen im Jahreskreis. Es werden Texte aus dem Matthäus-Evangelium gelesen. Wir hören von der Nachfolge Jesu und von der Liebe zu ihm. Diese kann zu Unfriede führen, sogar innerhalb von Familien. So etwas gab es auch zur Zeit der jungen Christengemeinde, der dieser Nachfolgespruch Jesu wieder eingefallen ist. So etwas gibt es auch heute im weiten Feld der Religionen. Schauen wir nur auf die kriegerische Haltung des IS.

Dort, wo es Menschen nicht um den Menschen geht, ist so eine Fehlhaltung möglich. Es wird vom direkten Weg ins Paradies erzählt, wenn man gewaltsam gegen Ungläubige vorgeht. Es wird ein Geldgier-Kapitalismus gepredigt mit dem Hinweis: „Der Reiche sei derjenige, in dessen Reichtum sich die besondere Nähe zu Gott zeige.“

Missverständlich eingebrachte Jesusworte können Fehlentwicklungen verursachen, die mit dem Geiste und dem Leben Jesu in Widerspruch stehen. Was meint also das Wort „Kreuzesnachfolge“ wirklich? Ich glaube, dass diejenigen, die dieser Liebe Jesu zu seinem und ihrem Vater folgen, in der Gefahr stehen, selbst auch Opfer zu werden. Diejenigen, die mit ganzer Kraft für die Gerechtigkeit eintreten, können von anderen aufgrund von deren ökonomischer Macht auch immer wieder an den Pranger gestellt werden. So ist das Wort „Gutmensch“ zu einem Schimpfwort geworden, obwohl die Welt Gutmenschen mehr denn je braucht.
Es sind z. B. Menschen, die wie die Inkas neben dem Sonnengott „Inti“ auch die im Inneren der Erde wohnende Erdmutter „Pachamama“ als Kraft allen Lebens gesehen haben. Sie sahen die Erde als Gebende und Schenkende. Als solche gehört die Erde letztlich immer Gott selbst und den Menschen als Lebensgemeinschaft. Alle sollen von ihr leben können und sie selbst, das „Haus Erde“, wie Papst Franziskus sie bezeichnet, muss überdauern können für die kommenden Generationen. Wie schwer das zu begreifen ist, zeigen jüngste Rückschritte durch die neue US-Regierung unter Donald Trump. Der Unfriede mit diesen Machthabern ist aus Liebe zur „Mutter Erde“ christliche Pflicht. Davon spricht wohl das Sonntagsevangelium auch.

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