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Familien

Hilfsdienst - fünf Millionen Euro Spenden

Hilfsdienst-landesbäuerin
Anneliese Göller ist als Landesbäuerin auch Vorsitzende des Bäuerlichen Hilfsdiensts. Sie dankte allen, die sich für diese wichtige Einrichtung einsetzen, Geld sammeln und spenden. © Anna Knon
Anna Knon, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
09.05.2018

Seit 50 Jahren gibt es den Bäuerlichen Hilfsdienst. In dieser Zeit wurden 5 Mio. € gespendet und an unverschuldet in Not geratene bäuerliche Familien weitergegeben. Kürzlich wurde das Jubiläum gefeiert.

Landesbäuerin Anneliese Göller bedankte sich in ihrer Festrede bei allen, die den Hilfsdienst in all den Jahren durch ihre Spenden und Aktivitäten unterstützten. Um auch einmal aufzuzeigen, wofür das Geld verwendet wird, nannte sie einige Beispiele, wo der Hilfsdienst Geld gab:
  • Der Betriebsleiter erkrankte unheilbar an Krebs und der heranwachsende Hoferbe hatte einen schweren Unfall, sodass auch er über Monate als Arbeitskraft auf dem Hof ausfiel. Der Einsatz des Betriebshelfers wurde durch eine Spende des Hilfsdiensts mitfinanziert.
  • Eine Bäuerin wurde durch einen Herzinfarkt mitten aus dem Leben gerissen, der Ehemann stand unter Schock und musste sich in psychische Behandlung begeben. Um die heranwachsenden Kinder kümmerte sich eine Dorfhelferin, deren Einsatz der Hilfsdienst mitfinanzierte.
  • Ein Betriebsleiter erlitt einen schweren Arbeitsunfall und wurde dadurch querschnittsgelähmt, Haus und Hof mussten entsprechend umgebaut werden, der Hilfsdienst gab einen Zuschuss.
  • Im Juni 2013 raubten Wassermassen mehreren bäuerlichen Familien Haus und Hof. Mit seiner Unterstützung setzte der Hilfsdienst ein Zeichen der Solidarität.

Maximal 5000 Euro

Die Meldung der Notfälle läuft über die Geschäftsstellen des BBV; die Entscheidung, ob und wie viel Geld einer Familie gegeben wird, liegt in den Händen eines Vergabeausschusses. Maximal werden 5000 € pro Familie gewährt; seit Bestehen des Hilfsdiensts erhielten 3200 Familien Zuwendungen. Damit auch wirklich jeder gespendete Euro ankommt, übernimmt der Bayerische Bauernverband die Kosten für Geschäftsführung und Verwaltung, die jährliche Kassenprüfung leistet der Genossenschaftsverband Bayern unentgeltlich. Ein großer Gewinn für den Hilfsdienst ist auch, dass seit 1993 die Paul und Klothilde Ballauf-Stiftung die Zuwendungen speziell für kinderreiche Familien übernimmt.

Besonderen Dank sprach die Landesbäuerin auch allen Ehrenamtlichen im BBV aus, allen voran den Bäuerinnen, die seit den Gründungszeiten bis heute den Löwenanteil der Spenden beibringen, indem sie bei Landfrauentagen und anderen Versammlungen Geld für den Hilfsdienst sammeln oder durch vielfältige Aktionen erwirtschaften. Ein ganz besonderes Beispiel dafür ist der Verkauf von Kaffee und selbst gemachtem Gebäck beim Zentral-Landwirtschaftsfest. Die oberbayerischen Kreisverbände leisten diese Mammutaufgabe seit 1973 jedes Mal mit Herzblut und viel Erfolg.
„Hilf und lass dir helfen war das Gründungsmotto des Hilfsdiensts und ist es bis heute“, so die Landesbäuerin. „Der Hilfsdienst zeigt Familien in Not, dass sie nicht vergessen sind, sondern dass innerhalb des Berufsstands Solidarität gelebt wird.“
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