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Fürsorge

Hirt und Herde

Hirte
Paul Geißendörfer Heilsbronn
am
12.04.2018

Ostern liegt zurück. Das Osterlamm hatte seinen Platz im Tischschmuck und jeder wusste um seine symbolische Bedeutung.

Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief: „Auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist“ (5,7). Damit verbinden sich für uns Bilder von Lamm und Schaf, der Herde und dem Hirten. Das Hirtenmuseum in Hersbruck führt Kindern, Familien und Gruppen dieses in unserer Landschaft verloren gegangene Bild vor Augen.

Der kommende Sonntag greift in seinen Lesungen das Bild vom Hirten und seiner Herde auf. Das 10. Kapitel im Johannesevangelium ist überschrieben mit „Der gute Hirte“. In seiner Rede zeichnet Jesus sein Verhältnis zur Gemeinde. Gleich zweimal betont er: „Ich bin der gute Hirte.“ Der Petrusbrief geht weiter und ermahnt die Ältesten in der Gemeinde: „Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist.“ In der Bibel kommt der Hirte 66 Mal vor. Das beginnt bei Abram und Lot, wo sich die Hirten zankten bis hin zum Hebräerbrief vom „Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unseren Herrn Jesus Christus von den Toten heraufgeführt hat“. Und wer kennt nicht den 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte“? Die meisten können diese Verse auswendig; wie viele werden durch sie in schwierigen Lebenssituationen getröstet.

Die Hirtenfunktion ist nicht nur dem „Pastor“ zugedacht. Auch Eltern haben sie ihren Kindern gegenüber, Vorgesetzte, Regierende, ebenso Medien und Meinungsmacher. Wir beklagen, dass wir in ihnen nicht immer Gewissenhaftigkeit zu ihrem Hirtenamt wahrnehmen können – auch in der Kirche nicht. Der Prophet Hesekiel spricht ein Wehe gegen die Hirten, die sich „selbst weiden“.

Unsere Dörfer, Städte und Berge sind vollgestellt mit Melde- und Fernsehtürmen. Sie überragen die Landschaft, das muss so sein, um sie funktionstüchtig zu machen. Kommen sie uns nicht vor wie Hirten, die ihre Worte und Gedanken in die Welt hineinsenden und wir in deren Stimmengewirr nicht mehr die Worte des guten Hirten heraushören? Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

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