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Zuhören

Hören auf Gott

Schwerhörigkeit
Paul Geißendörfer, Heilsbronn
am
21.02.2019

Es gibt mehr Schwerhörige als wir glauben. Selbst der Schwerhörige merkt es oft nicht oder will es nicht wahrhaben.

Die Lautstärke am Fernseher wird immer höher geschraubt, bis es den normalhörenden Familienmitgliedern oder Nachbarn unerträglich wird. Heutzutage kann man sich Hörhilfen zulegen, die jedoch nicht billig sind. Da will jemand zu uns reden. Entweder verstehen wir ihn nicht oder es kommt zu Missverständnissen. Da gibt es oft ein Lächeln oder Verärgerung. Es dauert seine Zeit bis wir uns durch die Technik wieder zu hörenden Menschen machen lassen. Dann hören wir die Stimme des Redenden, verstehen was er meint und fühlen uns nicht mehr ausgeschlossen.

Gott spricht. Davon wird bereits in den ersten Versen der Bibel berichtet: Gott sprach: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht. Im letzten Kapitel der Bibel spricht er: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ Gott spricht auch zu uns. Er geht nicht achtlos an uns vorüber, er würdigt uns seines Wortes. Er hat uns ja nicht wenig niedriger gemacht als sich selbst, mit Ehre und Herrlichkeit hat er uns gekrönt (Ps. 8). Er hat uns auch zu Hörenden gemacht. Man denke dabei an die Skulpturengruppe „Fries der Lauschenden“ von Ernst Barlach aus dem Jahr 1935. Wir sind seine Gesprächspartner und in die Gemeinschaft mit ihm einbezogen.

Bald geht es wieder ans Säen, der Säende verlässt sich auf gute Keimfähigkeit seines Saatguts und rechnet damit, dass es hundertprozentig aufgeht. Heute kann man es fast garantieren. Wie ein Sämann streut Gott sein Wort aus und weiß, dass es bei vielen nicht ankommt. Einiges picken die Vögel weg, einiges verdorrt auf steinigem Boden, einiges wird von Dornen erstickt. Und einiges auf dem guten Land geht auf, dafür bringt es hundertfach Frucht.

Auch in unsere Herzen streut Gott den Samen seines Wortes. Er kennt unsere Schwerhörigkeit, die bis zur Taubheit ausarten kann. Jesus ruft: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Lukas 8) und der Hebräerbrief: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ Wir dürfen auf die Zusage des Propheten Jesaja hoffen: „Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören“ (Jes. 50,4).

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