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Berufswettbewerb 2017

Mit Können und Köpfchen

Regina Lindlmeier
Maria Goller
am
26.06.2017

Axenbach - Regina Lindlmeier aus Oberbayern holte sich den 2. Platz in der Hauswirtschaft. Dabei überzeugte sie die Richter mit Wissen und einem ausgetüftelten Menü.

Vier aufregende Monate liegen hinter Regina Lindlmeier: In dieser Zeit hat sie sich von Kreisebene über Bezirks- und Landesebene immer weiter qualifiziert, um schließlich den zweiten Platz beim bundesweiten Finale des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend in der Sparte Hauswirtschaft zu erreichen.
Strahlend blickt die 18-Jährige auf eine aufregende Zeit zurück: „Das war schon spannend! Gerade die Vorbereitung war eine Herausforderung. Aber die Mühe hat sich gelohnt,“ erzählt sie begeistert. Vor dem Finale hatte sie ihre Familie wochenlang zur Probe bekocht, Ideen entwickelt, verworfen und erneut geplant. Gut, dass Mama Gabriele ihrer Tochter da zur Seite gestanden ist. „Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft“, sagt Regina dankbar.
Denn eigentlich sind die Tage der angehenden Hauswirtschafterin schon gut ausgefüllt. Die 18-Jährige ist Auszubildende im zweiten Lehrjahr der ländlichen Hauswirtschaft und arbeitet im Hofcafé der Familie Dirnecker in Eiselfing (Lks. Rosenheim). Wenn die Arbeit es zulässt, fährt sie heim zu ihren Eltern auf den Hof in Axenbach im oberbayerischen Heldenstein (Lks. Mühldorf am Inn). Hier hilft die junge Frau mit auf dem Betrieb, der sich auf den Anbau von Blumen und Zuckermais spezialisiert hat. Sie lebt gerne auf dem Land, engagiert sich bei der Feuerwehr, bei den Schützen und spielt Klarinette im Musikverein. Zusammen mit zwei Brüdern wuchs sie auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern auf. Markus ist schon Landwirtschaftsmeister, Martin steckt noch in der Lehre. „Wenn wir drei alle daheim sind, mit den Eltern am Tisch sitzen und gemeinsam essen und ratschen. Das ist für mich besonders schön“, schildert die Auszubildende.
Gutes Essen hat Regina schon immer begeistert. Bereits als kleines Kind hat sie ihrer Mutter leidenschaftlich gerne in der Küche geholfen. Die Frage, welchen Beruf sie einmal ergreifen will, war also von Anfang an klar: „Ich wollte schon immer Hauswirtschafterin werden.“ Dabei hat die junge Frau schnell durchschaut, dass bei diesem Beruf Klischee und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen. „Viele reduzieren den Beruf im Geiste auf Putzen, Waschen, Bügeln. Dabei ist unsere Arbeit unglaublich vielseitig“, findet Regina und zählt auf: „Wir brauchen Teamfähigkeit, organisatorisches Geschick, Flexibilität, wir müssen planen und schnell lernen.“
Den Haushalt zu führen, ist wie eine kleine Firma zu leiten. Und um genau dieses Vermögen ging es auch beim Bundesentscheid in Mecklenburg Vorpommern. „Beim Kreisentscheid war mir noch nicht ganz klar, um was es bei dem Wettbewerb genau ging. Da war die Information noch etwas dürftig“, blickt die Auszubildende zurück. Dabei hatte sie den dritten Platz belegt. „Als ich dann erfahren habe, dass ich beim Bezirksentscheid dabei sein kann, habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt und dann hat mich der Ehrgeiz gepackt.“ Auf Bezirks- und Landesebene belegte sie dann den 1. Platz. Da die 18-Jährige Wert auf Perfektion legt, war sie bestens vorbereitet, als sie zum Finale nach Güstrow aufbrach.

Herausforderung beim Kochen: Zeit und Geld

Die Prüfungen waren durchaus anspruchsvoll: Eine Aufgabe war es, für die Ehrengäste einer Jubiläumsfeier ein regionales und saisonales Menü zuzubereiten. Die Besonderheit: Einer davon leidet an verschiedenen Lebensmittelunverträglichkeiten. „Die große Herausforderung dabei waren die zeitlichen und finanziellen Vorgaben. Zwei Stunden Zeit und 20 € für ein Menü für vier Personen. Das war schon knifflig“, erinnert sich Regina. Für ihr Menü kreierte sie als Vorspeise Semmelknödelcarpaccio mit Bauernsalat und als glutenfreie Alternative dazu Bauernsalat mit Bergkäse und geröstetem Brot aus Maismehl. Als Hauptspeise kochte sie gefüllte Schweineroulade in Senfsauce mit Karottengemüse, gedünsteten Bohnen und Kartoffelpüree. Zum Dessert gab es Bayerische Creme mit marinierten Erdbeeren. Als Team traten die Teilnehmerinnen noch bei einem fiktiven „Tag der offenen Tür“ an, um verschiedene, praktische hauswirtschaftliche Tätigkeiten zu vermitteln.

Ziel: Meisterin der Hauswirtschaft

Die Tage in Mecklenburg-Vorpommern waren für die Auszubildende in vielerlei Hinsicht eine erfolgreiche Zeit: „Ich habe viel gelernt und sehr nette Menschen kennengelernt.“ Nach dem Rummel der vergangenen Wochen freut sich die junge Frau nun auf die Normalität und ihre Arbeit. „Es ist schön, einfach wieder im Alltag anzukommen“, meint sie. Die Erfahrungen werden ihr bestimmt auch in Zukunft nützlich sein. Und bald steht das dritte Ausbildungsjahr an: im Seecafé Toni in Rimsting am Chiemsee. Was danach kommt? Regina schmunzelt: „Ich möchte unbedingt den Meisterinnenabschluss machen. Und dann zieht es mich vielleicht in die weite Welt, mal schau’n!“

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