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Zum Sonntag

Kreuzerhöhung

Kürbisse
Pfarrer Josef Mayer
am
07.09.2017

Petersberg - Mit dem 14. September wird zum letzten Mal der sogenannte „Wettersegen“ gebetet.

Der große Zen-Meister Zenkei Shibayama sagte: „Jedenfalls versuchen Zen-Meister stets, uns zum Verständnis zu führen, dass im Angesicht wirklicher Erkenntnis die Begriffe Schneeflocken gleichen, die auf ein brennendes Feuer fallen.“ Damit drückt Shibayama wohl aus, dass es zwischen dem Kreuz und unserer Wahrnehmung immer eine unüberwindliche Differenz geben wird. Jesu Kreuz bleibt eine geheimnisvolle Wirklichkeit, die wir nie ganz verstehen können.

Wenn wir als Christen in diesen Tagen das Fest „Kreuzerhöhung“ feiern, dann bedeutet es mit Blick auf die ländlichen Bezüge den Abschluss des Gebetes um eine gedeihliche Witterung. Das heißt: Mit dem 14. September wird zum letzten Mal der sogenannte „Wettersegen“ gebetet. Er steht symbolisch für das letzte Angewiesen-Sein des Menschen auf den Schöpfer und Geber aller Dinge, dessen Liebe im Kreuz ihre unüberbietbare Aufgipfelung erfahren hat. Meistens wird dieser Segen mit einer Kreuzpartikel-Monstranz zugesprochen. In deren Zentrum befindet sich zumindest eine Berührungsreliquie mit dem Kreuz Jesu Christi, auf das Kaiserin Helena gestoßen sein soll. Er, der den Tod überwindet, möge mit der Kraft seines neuen Lebens auch das neue Leben der Natur und eine gute Ernte ermöglichen, die wir Menschen zum Überleben brauchen. Wir spüren, auch hier stoßen unsere Begriffe an eine Grenze.

Es ist eine große Herausforderung, den legitimen Wunsch nach einer guten Ernte und die unwidersprochene Abhängigkeit vom Schöpfer in rechte Worte zu bringen, sodass es zu keinem magischen Missverständnis kommt. Der Gekreuzigte aber, der Himmel und Erde, aber auch die Menschen miteinander verbindet, durchbricht unsere Wortlosigkeit. Er ermöglicht den Durchbruch Gottes in unsere Wirklichkeit ebenso, wie die Annäherung zum Mitmenschen – egal wie fremd dieser auf den ersten Blick auch scheinen mag. Dieser, in Jesus Christus seine unendliche Liebe zeigende Gott, möchte, dass alle Menschen dieser Erde und auch alle anderen Lebewesen ein gutes und gedeihliches Leben gerade auch von den Früchten der Erde und ihrer Hände Arbeit haben.

 

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