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Landfrauen

Landfrauen begehen Jubiläum

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
28.03.2018

Seie 70 Jahren gibt es eine Landfrauenabteilung im Bauernverband. Die Frauen haben ihre Chance sofort erkannt und sich längst im Verband etabliert und emanzipiert.

Landfrauen Bayerischer Bauernverband

Wir schreiben das Jahr 1948. Die Männer im Bayerischen Bauernverband beschließen, dass es im Verband eine Frauenriege geben soll. Und die Männer bestimmten, welche Frau in dieser Landfrauenabteilung welche Position übernehmen soll.

Kaum vorstellbar, dass das erst 70 Jahre her ist, auf jeden Fall war es eine kluge Entscheidung. Und mit diesem letzten Satz stehe ich direkt vor dem Fettnäpfchen. Vielleicht lässt sich das ja so umschiffen: Ja, es war eine kluge Entscheidung der Männer, aber die Frauen haben ihre Chance sofort erkannt und sich längst im Verband etabliert und emanzipiert. Deshalb dürfen die Landfrauen ihr Jubiläum auch gebührend feiern und sie werden dies landauf landab sicher auch tun und dabei auch auf ihre Rolle und Verantwortung hinweisen.

Diese Rolle wird auch in der Aussage deutlich, die BBV-Präsident Walter Heidl immer mal wieder in den Raum stellt: Eine Frau könnte Präsidentin im Bayerischen Bauernverband werden, ein Mann könnte aber nicht Landesbäuerin werden. In diesem Satz steckt auch eine bayerische Besonderheit, nämlich dass hierzulande Frauen und Männer keinen jeweils eigenen Verband bilden, sondern wie daheim auf dem Hof in einer Familie zusammenarbeiten.

Und genauso, wie es daheim keinen Sinn macht, wenn alle immer Alles machen, genauso gibt es auch im Verband Schwerpunkte, die mehr von den Frauen beackert werden und andere, die mehr eine Domäne der Männer sind. Das heißt aber beileibe nicht, dass die Männer Agrarpolitik machen und die Frauen sich um den Herd kümmern. Die Sicherung des Eigentums und dessen Weitergabe an die nächste Generation ist sicher eine der großen Klammern.

Die Angst um das Eigentum war im Frühjahr 1918 auch einer der wichtigen Antriebe für die Gründung des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Ja, Sie haben richtig gerechnet, der Waldbesitzerverband kann sein 100-jähriges Bestehen feiern. Auch er hat die Gelegenheit genutzt, auf die Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Land- und Forstwirtschaft hinzuweisen und darauf, wie wichtig es ist, dass die Eigentümer frei über ihr Eigentum verfügen und es nach bestem Wissen und Gewissen mit Verantwortung bewirtschaften können.

Sie, liebe Leser, wissen und beherzigen das, wir wünschen Ihnen, dass Ihnen trotz aller Verantwortung – und Einflüsse von außen – die Freude an der Arbeit noch bleibt.

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