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Bildung

Landwirtschaftliche Nutzpflanzen bei Schülern kaum bekannt

aiz
am
11.12.2015

Berlin - Mehr praxistaugliches Unterrichtsmaterial notwendig

© Erhard Fischer / pixelio.de

Jungen erkennen die wichtigsten agrarischen Nutzpflanzen wie Roggen und Gerste noch seltener als Mädchen. Insgesamt sind es in Deutschland nur noch 30% beziehungsweise 20% der Schülerinnen und Schüler, die diese beiden für die Ernährung so bedeutenden Pflanzen richtig bestimmen können. Das ist das Ergebnis einer Studie mit 926 Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren, die die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz durchgeführt hat.

Zwar erkannten 92% der Schülerinnen und Schüler Maiskörner, die dazugehörige Pflanze wurde aber nur noch von 60% richtig identifiziert. Wie die Studie weiter aufdeckt, nehmen Diskussionen über nachwachsende Rohstoffe und eine biobasierte Wirtschaft zu, aber im Gegensatz zu diesem gestiegenen Interesse steht die Beobachtung von Lehrkräften, dass das Interesse an Pflanzen und auch an der Landwirtschaft abnimmt.

Eva-Maria Fritsch, die diese Studie durchgeführt hat, erklärt dazu: "Wir denken, dass unsere Schüler während ihrer Schulzeit die grundlegenden Kenntnisse über den Anbau und die Biologie von Nutzpflanzen erwerben sollten. Nur dann können sie auch an den öffentlichen Diskussionen über Nahrungssicherheit, gesunde Ernährung, Umweltschutz und Verwendung erneuerbarer Ressourcen fundiert teilnehmen." Gemeinsam mit den Studienautoren fordert Fritsch "besseres Unterrichtsmaterial und neue Methoden, um die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler zu steigern". Der vom deutschen Landwirtschaftsministerium finanzierte "aid infodienst", stellt dazu fest, es gebe bereits praxiserprobtes Unterrichtsmaterial zu landwirtschaftlichen Themen, es müsse nur angefordert und eingesetzt werden.

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