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Zum Sonntag

Leiden, Sterben, Auferstehen

Kreuz
Paul Geißendörfer
am
06.04.2017

Heilsbronn - Dieser Sonntag leitet die Passionswoche ein. Er trägt den Namen Palmsonntag oder Palmarum und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem.

Mit diesem Sonntag sind auch viele Bräuche verbunden, die uns auf die Karwoche einstimmen. Wir begleiten Jesus auf seinem Leidensweg über den Gründonnerstag, Karfreitag, die Grabesruhe und seine Auferstehung an Ostern. Dabei bedenken wir ein Wort Jesu an seine Jünger: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“ (Joh. 12,24). Es ist die Frage nach dem Sinn seines Leidens, die sowohl von den Jüngern als auch von uns gestellt wird. Hätte nicht sein himmlischer Vater einen anderen, bequemeren, einen unblutigen Weg mit dem Sohn gehen können, um die Erlösung des Menschen zu erreichen? Musste es der Weg ins Leiden und Sterben am Kreuz sein?
Die Darstellungen in der Kunst zeigen uns das Ende des irdischen Weges Jesu. Trauer und Hoffnungslosigkeit überfällt die Jünger. Jesus spricht in dem allen von seiner Verherrlichung durch den Vater und weist die Jünger weit über das Karfreitagsgeschehen hinaus. Er macht ihnen dies durch ein Bild deutlich. Das Weizenkorn, das nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
Wir stehen im Augenblick jahreszeitlich im Säen. Mit großen Geräten fahren wir mit dem Saatgut über die Felder, wohl wissend, dass das Korn der Erde, dem Wasser und dem Wetter preisgegeben wird. Und doch tut dies der Säende auf Hoffnung und weiß, eines Tages wird aus dem anscheinend erstorbenen Korn eine vielfältige Frucht. Wir verlieren diese Abfolge meist aus dem Auge ohne zu bedenken, daß Gott einen Weg geht, der durch den Tod zum Leben führt. Er endet nicht am Karsamstag in Trauer und Hoffnungslosigkeit. Es wird Ostern. An diesem Tag siegt das Leben über den Tod, schenkt unserm Leben Hoffnung und Zuversicht. Begleiten wir Jesus in den nächsten Tagen auf seinem Weg. So tief er auch geht, wir dürfen darin seine Herrlichkeit erkennen – es geht Ostern entgegen!

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