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Zum Sonntag

Von Mächtigen und Dienern

Pfarrer Anton Klein
am
30.03.2017

Coburg - So soll es unter euch nicht sein. Wer groß unter euch sein will, der sei euer Diener“ (Markusevangelium 10,43).

Dienen

Die Jünger Jakobus und Johannes bitten Jesus, in seiner Herrlichkeit neben ihm sitzen zu dürfen. Jesus erwidert ihnen, dass die Vergabe von Ehrenplätzen ihm nicht zustehe, sondern Gottes Sache sei. Als die anderen Jünger von der Bitte der beiden erfahren, ärgern sie sich über sie. Jesus nimmt diesen Vorfall zum Anlass, ihnen deutlich zu machen, wie es in unserer Welt zugeht. Die Mächtigen wollen herrschen und unterdrücken die anderen. Wer gegenwärtig in einigen Ländern die Meinung der Obrigkeit nicht teilt, sondern seine eigene kundtut, wird unterdrückt und lebt gefährlich. Vor diesem Hintergrund sagt Jesus zu seinen Jüngern, dass es so nicht unter ihnen sein soll. „Wer groß unter euch sein will, der sei euer Diener.“

Diese Einstellung hat Jesus uns vorgelebt. Es ihm gleichzutun, liegt nicht in dieser Welt und nicht in uns Menschen. Wenn wir mit unseren Mitmenschen achtsam umgehen wollen, dann brauchen wir dazu Hilfe „von oben“. Dass wir in Westeuropa seit drei Generationen im Frieden leben, liegt nicht an uns. Es ist die unverdiente Gnade Gottes, die sich mit nichts wettmachen lässt. Warum es in anderen Ländern anders ist, wissen wir nicht. Hin und wieder gelingt es uns, anderen unvoreingenommen zu helfen und ihnen beizustehen. In einigen anderen Fällen müssen wir uns Gewalt antun, um ruhig und freundlich zu sein, obwohl es in uns ganz anders aussieht. Und oft genug kommt in uns der „alte Mensch“ zum Vorschein. Wir denken nur an uns selbst und sind rücksichtslos.
Vielleicht sind einige unter uns mit zunehmendem Alter milder geworden, weil sie froh und dankbar und mit ihrem Leben zufrieden sind. Doch im Grunde sind wir lebenslang so, wie wir von Natur aus sind. Allerdings kann es im Vertrauen auf Gott und sein Wort geschehen, dass Gottes Heiliger Geist uns die Augen öffnet für die Not, die uns umgibt. Er vermag uns, wie es die Jahreslosung sagt, ein neues Herz zu schenken und einen neuen Geist in uns zu legen – vor allem dann, wenn wir ihn darum bitten. Das wünsche ich uns allen.

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