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Mobbing: Bauernkinder sind oft Opfer

Mobbing
Petra Seitz, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
am
06.06.2017

München - Aus einer bundesweiten Umfrage geht hervor, dass Kinder aus Landwirtsfamilien zunehmend gemobbt werden.

Mobbing von Landwirtskindern ist ein verbreitetes Problem, das ist das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage zu Mobbing bei Bauernkindern, an der über 800 Personen teilnahmen. Das Ergebnis ist alarmierend und bestätigt die Erfahrungen des Kinderschutzbunds und der Telefonseelsorger, die vermehrt Mobbingfälle von Kindern aus Bauernfamilien registrieren, teilte kürzlich das Nachrichtenportal agrarheute.com mit. Es handelt sich hierbei um ein gesellschaftliches Problem, dass bisher wenig thematisiert wurde. Die Umfrage hat agri EXPERTS im Auftrag von agrarheute.com durchgeführt.

Mobbing in der Schule

Mobbing bei Bauernkindern kommt häufig oder sehr häufig vor, dieser Meinung sind 56 % und damit die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer. Nur 17 % glauben nicht, dass Mobbing ein Problem in Landwirtsfamilien ist. Drei Viertel der Teilnehmer haben entweder selbst Erfahrungen mit Mobbing gemacht oder kennen Bauernfamilien mit entsprechenden Vorfällen. „Mir ist kein Fall von Mobbing bei Bauernkindern bekannt“, gaben dagegen 24 % an.

Mobbing findet offensichtlich vor allem im schulischen Umfeld und im Alter zwischen 10 und 15 Jahren statt. Das Umfrage-Ergebnis zeigt zudem, dass Teenager ab 13 Jahren besonders betroffen sind. Ab 15 Jahren halbiert sich die Mobbingrate dann. Im Kindergarten spielt Mobbing kaum eine Rolle (bis 5 Jahre). Interessant ist dabei, dass Buben deutlich öfter betroffen sind als Mädchen.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Ökobetriebe tendenziell weniger häufig direkt oder indirekt betroffen sind als konventionelle Betriebe. Jedoch hält sich der Unterschied in Grenzen. Von den teilnehmenden Ökobetrieben mit Tierhaltung gaben 72 Prozent ab, dass sie direkt oder indirekt von Mobbing betroffen waren oder sind. Unter den Teilnehmern mit konventioneller Landwirtschaft mit Tierhaltung waren 89 Prozent von Mobbing direkt oder indirekt betroffen.

Die Umfrage ergab zudem, dass die Betroffenen nicht allein mit Mobbing von Mitschülern konfrontiert waren, zum Teil unterstützten auch einzelne Lehrkräfte Mobbing. Die betroffenen Kinder werden vor allem mit Beleidigungen und Beschimpfungen, aber auch mit Ausgrenzung schikaniert.

11 % gaben an, dass das Kind körperliche Übergriffe erleiden musste. Mobbing im Internet kam dagegen nur bei 6 % der Teilnehmer vor.

Problem ernst nehmen

Alarmierend ist, dass 45 % der Betroffenen bzw. der betroffenen Eltern angeben, dass sie „Nichts“ gegen das Mobbing unternommen haben. Aber zumindest 40 % haben sich mit dem Problem an die Schule oder die Lehrkraft gewandt. Und 14 % suchten das Gespräch mit den Eltern des Mobbers. Für 8 % der Betroffenen war ein Schulwechsel die Lösung. Ein Großteil der Eltern betonte, dass sie im Gespräch mit dem betroffenen Kind versuchten das Selbstbewusstsein zu stärken. Insgesamt wünschen sich die Umfrageteilnehmer eine breitere öffentliche Wahrnehmung des Problems. Viele fühlen sich von den verantwortlichen Bildungsinstitutionen und Lehrkräften oft nicht ernst genommen.

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