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Naturland trauert um Hans Hohenester

Hans Hohenester
pd
am
11.01.2017

Gräfelfing - Der Präsidiumsvorsitzende des Verbandes starb nach schwerer Krankheit am Sonntag im Alter von 59 Jahren.

"Der Öko-Landbau war sein Beruf und seine Berufung. Seit 26 Jahren Öko-Bauer und Naturland Mitglied, hat Hans Hohenester den Verband als Präsidiumsvorsitzender und in zahlreichen weiteren Ämtern entscheidend geprägt." So beschrieb der Verband seinen Vorsitzenden in einem Nachruf.

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und 16 Jahre lang gemeinsam mit Hans Hohenester Mitglied im Naturland Präsidium, würdigte den Verstorbenen als herausragende Führungspersönlichkeit des ökologischen Landbaus. „Als praktischer Landwirt hat er in hohem Maße Authentizität und Glaubwürdigkeit unserer Bewegung verkörpert“, sagte Löwenstein.

„Hans Hohenester war ein Zukunfts-Macher, der vorausgedacht hat und Menschen für den Öko-Landbau begeistern konnte. Mit seiner Begeisterung und seinem Weitblick hat er Naturland geprägt und uns auch immer wieder mit der Notwendigkeit zu Veränderungen konfrontiert“, sagte Naturland Geschäftsführer Steffen Reese „Mit Hans geht ein Teil von uns – aber es bleibt auch immer ein Teil von ihm bei uns“, fügte er hinzu.

Zehn Jahre LVÖ-Vorsitzender

Politik und Praxis der ökologischen Landwirtschaft waren für Hans Hohenester von Beginn aufs Engste verbunden. Während der Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister begann Ende der 1970er Jahre sein Engagement in der Katholischen Landjugend (KLJB), deren bayerischer Landesvorsitzender er von 1986 bis 1990 war.

1993 erstmals in den Naturland Landesvorstand Bayern gewählt, übernahm Hohenester 1994 den Landesvorsitz des Verbands wie auch den Vorsitz der gerade neu formierten Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ). In dieser Funktion prägte er bis 2004 die Entwicklung des ökologischen Landbaus im Freistaat entscheidend mit.

So wirkte Hohenester maßgeblich mit am Aufbau der Öko-Beratung in Bayern durch die Gründung der Öko-Erzeugerringe. Er kämpfte erfolgreich für die Einrichtung des Lehrstuhls Ökologischer Landbau an der TU München in Weihenstephan, ebenso wie für den Ausbau der Öko-Forschung an der Landesanstalt für Landwirtschaft und für die Einrichtung der Öko-Fachzentren Schönbrunn und Kringell. Die Einführung der Bayerischen Öko-Erlebnistage – bis heute die wichtigste Veranstaltungsreihe zur Werbung für den Öko-Landbau in Bayern – fällt ebenfalls in seine Zeit als LVÖ-Vorsitzender. 2004 wurde Hans Hohenester für sein Engagement mit der Bayerischen Staatsmedaille in Silber ausgezeichnet.

Nach dem Ende seiner Zeit an der Spitze der LVÖ wurde Hohenester 2005 erstmals zum Vorsitzenden des Naturland Präsidiums gewählt – und seither drei Mal im Amt bestätigt, stets mit überwältigender Mehrheit.

Gedenkgottesdienst Ende Januar / Anfang Februar

Hans Hohenester hinterlässt seine Frau Maria und zwei erwachsene Kinder, Maria Lena und Johannes, der den Hof während der Krankheit des Vaters bereits übernommen hat und weiterführen wird. Bei Naturland wird Präsidiumsmitglied Peter Warlich bis zur regulären Neuwahl des Präsidiums im Mai die kommissarische Leitung des Verbands übernehmen.

Die Beisetzung fand heute in Altdorf statt. Voraussichtlich Ende Januar / Anfang Februar wird ein offizieller Gedenkgottesdienst stattfinden.

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