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Menschliche Größe

Das neue Gebot knechtet nicht

Rauchen verboten
Pfarrer Peter Riel
am
02.11.2017

Jesus lehrte das neue Gesetz der Liebe und wie ein Sünder frei werden kann von den Verurteilungen der Gesetze.

Das Leben besteht aus Vorschriften. So muss es zur Zeit Jesu bei den Pharisäern und Schriftgelehrten gewesen sein. Haarklein haben sie die Gebote Mose für alle Lebensbereiche ausgelegt, sodass es mehr als 600 heilige Vorschriften gab. Was Gott den Israeliten für die Freiheit geschenkt hatte, das wurde von den Pharisäern umgeschnürt, so dass es die Menschen knechtete.

Nun wird niemand den Schriftgelehrten böse Absichten oder bewussten Machtmissbrauch unterstellen. Sie waren fest davon überzeugt, dass alles, was sie an Geboten und Verboten aus dem Gesetz des Mose ableiten, wirklich der Wille Gottes ist.

„Tut und befolgt alles, was sie Euch sagen, aber richtet Euch nicht nach dem, was sie tun“, antwortet Jesus den Menschen. Jesus weiß sich zu den Armen und Schwachen gerufen. Er war gekommen, um den Menschen die Last ihres Lebens zu erleichtern. Seine Botschaft lautet: „Der Größte von Euch soll euer Diener sein.“ Jesus hat seinen Jüngern eingeschärft, dass sie das untereinander beherzigen sollen. Keiner soll sich über den anderen erheben.

Jesus lehrte das neue Gesetz der Liebe und wie ein Sünder frei werden kann von den Verurteilungen der Gesetze. Um seinetwegen sind alle Menschen gleich wertvoll. Zum Abschluss seiner Rede vor den Jüngern betont er: „Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.“

Als der Evangelist Matthäus etwa um das Jahr 80 sein Evangelium mit dieser Rede Jesu schreibt, hatte er nicht mehr nur die Pharisäer und Schriftgelehrten im Blick. Zu diesem Zeitpunkt geht es um die jungen Christengemeinden und die grundlegende Botschaft Jesu, dass seine Last leicht sei. Er ist wie keiner dem Willen des Vaters gefolgt. Und sein Leben war sicher nicht leicht. Aber er wusste sich in seiner Sendung zu den Menschen geleitet vom Gott des Lebens, der sich schon im Alten Testament offenbart. Der Glaube an Jesus schenkt Menschen gerade da Auswege, wo nur noch die Verzweiflung herrscht. Wo sie keine Hoffnung mehr haben, erschließt er überraschend neue Lebensfreude.

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