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Katstrophen

Neugestaltung unserer Erde

Paul Geißendörfer, Pfarrer i. R. Heilsbronn
am
13.09.2018

Wir stehen in diesen Wochen unter dem Eindruck der Wasserarmut und der Waldbrände, unter den Flut- und Brandkatastrophen in der ganzen Welt.

Saatkorn

Die Schäden durch Trockenheit, Dürre und Feuer werden uns und die Politik noch lange und immer wieder beschäftigen. Man sagt, die habe es schon immer gegeben, jetzt aber sei der offensichtliche Klimawandel daran schuld. Es werden zwar nicht laufend Jahrhundertereignisse dieser Art sein, wir gehen aber mit Sicherheit einem Dauerphänomen entgegen. Die Folgen werden uns bis hin zur Katastrophe vor Augen gestellt.

Da lese ich über den Psalm 104 die Überschrift „Lob des Schöpfers“ oder „Ein Loblied auf den Schöpfer“. Dort wird auch von Donner, Winden, Fluten und Feuerflammen gesprochen. Aber nicht im Sinne des Unheils, sondern als Fortsetzung der Schöpfung: „Du machst neu die Gestalt der Erde.“ Wir wundern uns oft, wie aus einer Katastrophe etwas Neues wird. Wir erleben es, wie durch Feuer und Sturm zerstörte Wälder neu zu leben beginnen. Dürfen wir nicht darin erkennen, dass die Schöpfung Gottes noch längst nicht zu Ende ist?

Jesus spricht vom Samenkorn, das in die Erde gelegt und dort ersterben wird – und dann bringt es viel Frucht. Diesem Gedanken zu folgen fällt uns schwer. Wir sind vom Leben und vom Weitergeben des Lebens erfüllt. Wir gestalten die Welt nach unseren Vorstellungen und werden dabei zu Ausbeutern und Umweltsündern. Wenn wir uns zum Schöpfer machen und nach unserem Bedarf die Erde gestalten, werden wir eines Tages ein Turmbauerlebnis haben.

Gott hat uns Grenzen gesetzt, die wir nicht überschreiten dürfen. Wir sollten es Gott überlassen, wie er seine Erde gestaltet haben will – durch uns, aber auch durch sich selbst und wenn es auch durch Katastrophen geschieht.

Papst Johannes Paul II. hat in Castelgandolfo einmal die Pilger aufgerufen: „Ich fordere Sie alle auf, Gott inständig darum zu bitten, dass er der durstigen Erde die Kühle des Regens schenke.” Das ist unsere Aufgabe, Gott zu bitten und es ihm zu überlassen, wie er seiner Schöpfung Gesicht und Gestalt verleihen will.

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