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Zum Sonntag

Seid ohne Furcht!

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Peter Riel
am
22.06.2017

Nürnberg - Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“ Das sagt Jesus am Anfang des Sonntagsevangeliums seinen Aposteln.

Jesus sendet seine Jünger zum ersten Mal aus, sie sollen die Botschaft vom Reich Gottes weitererzählen. Davor hat er ihnen angekündigt: „Wenn ihr euch vor den Menschen zu mir bekennt, dann rechnet damit, dass sie euch aus der Synagoge ausstoßen und vor Gericht schleppen.“ Also seid darauf gefasst, dass die Menschen mit euch ernst machen. Dann sagt Jesus dreimal: „Fürchtet euch nicht!“ Den dritten Ruf verbindet er mit einem Bildwort: „Es fällt kein Spatz von der Dachrinne, ohne dass der Vater im Himmel darum weiß. Es bleibt beim Kämmen kein Haar im Kamm hängen, ohne dass der Vater im Himmel sich darum kümmert.“

Der Evangelist Matthäus weiß, dass die Jünger Jesu schwache, ängstliche Menschen sind. Aber Jesus will die Jünger ermutigen, er will ihnen für ihren Einsatz den Rücken stärken, damit sie sich vor den Herrschern nicht fürchten, sondern einen freien Mut behalten. Er weist sie hin auf Gott, den fürsorglichen Herrn und Vater: Ihr seid nicht allein. Gott hat euch fest im Blick. Gott fängt euch auf, auch wenn es hart auf hart geht und ihr sterben müsst. Verlasst euch darauf und geht euren Weg ohne Angst mit Ruhe und Freude. „Darum fürchtet euch nicht vor den Menschen.“ Die Wahrheit Gottes wird so stark sein, dass sie sich unter allen Umständen durchsetzt. Jesus sagt sehr ermutigend: „Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig. Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.“ Jesus will damit sagen: Wenn Gott für die Spatzen Sorge trägt, wird keiner von ihm vergessen oder ist gar bedeutungslos. Jeder wird zum besonderen Anlass seiner Sorge.

Es geht Jesus im Matthäusevangelium in erster Linie darum, seinen Jüngern die Menschenfurcht auszutreiben. Es beginnen die Zeiten der Verfolgung und die Jünger sollen darauf gefasst sein, vor Statthalter und Könige zu treten und Zeugnis für Christus abzulegen. Was ihnen Halt und Furchtlosigkeit geben soll, ist dieses unerschütterliche Bewusstsein, Gott selbst im Herzen zu haben. Weil sie um Gott und seine Macht wissen, überwinden sie die Angst vor dem, was Menschen ihnen antun können.

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