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Zum Sonntag

Osterglocken erinnern an den Frühling

Osterglocke
Dekan Thomas Guba
am
12.04.2017

Bad Berneck - Es ist schön, wenn nach dem Winter das erste Gelb in unseren Gärten aus dem oft noch graubraunen Boden heraussprießt.

Die Osterglocke oder gelbe Narzisse, sie blüht um Ostern herum in unseren Gärten. Es ist schön, wenn nach dem Winter das erste Gelb in unseren Gärten aus dem oft noch graubraunen Boden heraussprießt. Tulpen und Osterglocken sind schöne Farbtupfer.

Oft holen wir sie herein in unsere Häuser und haben bunte Frühlingssträuße. Die Osterglocke darf nicht fehlen, weil sie uns an den Frühling erinnert und deutlich macht, dass der Winter und die „Zeit der Starre“ vorbei ist. Es ist Zeit, sich auf den Frühling zu freuen und wieder eine kleine Vorahnung vom Sommer und der Sonne zu bekommen.

So ähnlich ist es auch mit den kirchlichen Osterglocken. Die Karwoche bietet da ein besonderes Schauspiel, ja Schauspiel ist das richtige Wort dafür, denn da wird etwas inszeniert.Am Karfreitag schweigen nämlich die Glocken der Kirchen. Sie läuten nicht mehr bis wir die Auferstehung feiern am Ostermorgen.

Das hat seine besondere Bewandtnis. Am Karfreitag gedenken wir des Todes Jesu. Da darf kein Geläut sein, da ist Trauer, da ist alles stumm. Die Welt scheint stillzustehen. Es gibt keinen Ton mehr, nur Schweigen. Das erinnert uns an die Zeiten des Lebens, in denen uns die Worte fehlen und nur Schweigen möglich ist – vielleicht auch ein wenig an die Starre und Kälte im Winter.

Diese Zeit endet, sie endet ganz plötzlich, am Ostermorgen. Denn es ist ja etwas passiert, mit dem niemand auch nur im Traum gerechnet hätte: Jesus ist von den Toten auferstanden! Dann dürfen, nein, dann müssen unsere Glocken wieder läuten und sie sollen mit vollem Geläute die Auferstehungsfreude hinausrufen. Auch da wird klar: Die Starre ist vorbei! Freude setzt uns in Bewegung. Das Leben hat gesiegt über den Tod.

Die Osterglocken – schöne Blumen – wichtiges Geläute. Beides zeigt uns an, dass es an Ostern ums Leben geht. Es geht um das ganze Leben, um die Zukunft und um die Lebensfreude.

„Christus ist auferstanden – er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja!“ Der österliche Freudenruf macht dies deutlich. Der Tod ist besiegt – das Leben hat neue Kraft bekommen.

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