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Bund mit Gott

Ostern - Gott und seine Bundespolitik

Osterkrone
Pater Heinz Gerstle, München
am
08.03.2018

Beim Abendmahl mit seinen Jüngern proklamiert Gott seinen Bund mit den Menschen neu und bestätigt ihn durch seinen Tod am Kreuz. Das feiern Christen an Ostern.

Die Polis, die antike Stadt, garantierte den Menschen Sicherheit, Lebensunterhalt und Freiheiten. Das Zusammenleben wurde durch Politik geregelt. Im Alten wie im Neuen Testament ist diese Polis Modell für die Stadt Gottes Jerusalem.

Den ersten Bundesvertrag schließt Gott mit Noa nach der Sintflut. Nachdem die Flut verebbt ist und die Arche sicher auf dem Land aufsetzt, bringt Noa Gott für die Rettung seiner Sippe ein Opfer dar. Gott schließt mit ihm für alle Generationen einen Bund und schwört, er werde niemals mehr ein solches Strafgericht über die Menschen verhängen. Zum Zeichen dafür stellt er den Friedensbogen in die Wolken.

Der zweite Bundesvertrag wird um 1800 v. Chr. mit Abraham geschlossen, dem „Vater des Glaubens“. Seine Ehe mit Sarah war kinderlos. Beide sind hochbetagt. In einer Vision schließt Gott mit ihm einen Bund mit der Verheißung: Seine Nachkommen werden so zahlreich sein, wie die Sterne am Himmel. Seine Frau Sarah bringt dann einen Sohn zur Welt, Isaak.

Den dritten Bundesvertrag schließt Gott mit seinem erwählten Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten etwa um 1250 v. Chr. Moses kommt aus der Zwiesprache mit Gott auf dem Berg Sinai zum Volk herab. Auf zwei steinernen Tafeln steht die Bundessatzung. Das Volk jubelt und gelobt Gott, die zehn Weisungen getreu zu beachten. Leider haben Könige immer wieder diesen Bund gebrochen mit oft katastrophalen Folgen für das Volk.

Der vierte Bundesvertrag gilt für ewig und für alle Menschen. Diesen Bund stiftet Jesus beim letzten Abendmahl. Die Bundessatzung ist Jesus selbst. Besonders wendet er sich den Kranken, Einsamen, Besessenen, Fremden, ja auch Frauen zu. Beim Abendmahl mit seinen Jüngern proklamiert er den Gottesbund neu und bestätigt ihn durch seinen Tod am Kreuz.Das feiern wir Christen an Ostern. Da wächst auf unserer Erde die universale „Neue Stadt“, das „Neue Jerusalem“. In Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit, Solidarität und Menschenwürde dürfen wir uns als Freunde Gottes verstehen und diese Bundespolitik Gottes miterleben und mit vollziehen.

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