Login
Vertrauen zählt

Sicherheit ist seit 2015 das große Thema

Flucht Asyl
Pfarrer i. R. Hermann Ehle, Krumbach-Niederraunau
am
28.06.2018

Endlose Scharen Asylsuchender und Flüchtlinge wurden völlig unvorbereitet in unser Land gelassen. Sehr schnell ist die großzügige Willkommenskultur in Angst umgeschlagen.

Unsicherheit machte sich breit. Negative Schlagzeilen über kriminelle Zuwanderer taten das Übrige. Auf der Weltbühne tauchten immer mehr Autokraten mit ihren rücksichtslosen Abschottungen auf: „America first!“. Am Ende kam auch noch Italien dazu. Die Unsicherheit wurde übergroß. Merkel und Seehofer taten dann das Ihrige dazu und bis in die Stammtische hinein.

„Die Auswirkungen von Unsicherheit und Gewalt auf die menschliche Sicherheit sind stark und resistent.“ Das habe ich kürzlich gelesen in der weltweiten Zeitschrift CONCILIUM; ein Text von einem großen amerikanischen Psychologen, der das Bedürfnis nach Sicherheit – neben den biologischen Ressourcen und der sozialen Geltung – zu den Urbedürfnissen der gesamten Lebenswelt rechnet. Solange diese drei Bedürfnisse, vor allem die nach Sicherheit, nicht erfüllt sind, ist eine höhere kulturelle Entwicklung nicht möglich.

Was ist jetzt in dieser wachsenden Unsicherheit zu tun? Was hat denn Jesus im armseligen und unsicheren Galiläa getan? Jesus hat – und das ohne Rücksicht auf seine eigene Sicherheit – ganz konsequent auf das Vertrauen gegeneinander gesetzt, das Erbarmen und die Liebe.

Lesen Sie vor allem die radikalen Passagen der Bergpredigt von Matthäus 5 bis 7. Etwa 5,20: „Sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören“. Selbst bei den sicherheitsversessenen Betonköpfen in Jerusalem ist eine neue Welt durch gegenseitiges Vertrauen und Liebe möglich!

Auch der Vater im Himmel setzt allein auf dieses Vertrauen, das Erbarmen und die Liebe: Wir werden nicht sterben, wir werden leben und auferstehen – so sagt heute vor allem auch Papst Franziskus, der selber eine brutale Militärdiktatur in Argentinien erlebt hat.

Auch interessant