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Vergänglichkeit

Was ist der Sinn des Lebens?

Lebenssinn
Pfarrer Alexander Aulinger, Pfarrverband Straßkirchen
am
01.08.2019

Wir nisten wir uns in dieser Welt ein, als ob wir ewig hier wären.

Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?“

Ganz eindringlich stellt Jesus uns heute die Endlichkeit vor Augen. In der Tat nisten wir uns in dieser Welt ein, als ob wir ewig hier wären. Mehr und mehr verlieren wir die Perspektive hin zur Ewigkeit. Der Wohlstand, in dem wir leben dürfen, macht für manches blind. Es geht sogar so weit, dass wir keinen Gott mehr brauchen – wieso auch, es läuft sehr gut, auch ohne ihn. Doch jeder Mensch steht mit der Summe seines Lebens einmal vor Gott. Was bringe ich da mit? Was kann ich Gott hinhalten? Meinen Egoismus? Meine Unversöhnlichkeit? Meinen Reichtum?

Es tut gut, von Zeit und Zeit sich hinzustellen und sein Leben zu reflektieren. Was nimmt mein Leben gefangen? Was trägt mich? Woher komme ich und wohin gehe ich? Bin ich wirklich glücklich? Am Ende ist es doch immer noch so, dass nicht das bleibt, was wir an Vermögen und Werten anhäufen. Bleiben wird immer das, was wir geben, was wir einander schenken und nicht kaufen können: Liebe, Vergebung, ein gutes Wort zur rechten Zeit, eine helfende Hand. „So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.“ Wie kann man anders handeln, wie wird man seine Wünsche los? Und was erfüllt mich wirklich, wenn es schon nicht die materiellen Dinge, die Karriere, der Status, das Ansehen ist? All das – so sieht man doch öfter – macht auch nicht wirklich glücklich, macht das Leben auch nicht erfüllend.

Der Sinn des Lebens ist am ehesten die eigene, einfache Lebensgeschichte, sind ehrliche, erreichbare Ziele und ein paar große Träume, die am besten nicht in Erfüllung gehen. Wir sollten immer unerfüllt genug bleiben, um noch Platz zu haben für neue Erfahrungen und Begegnungen im Alltag. Größere Scheunen brauchen wir nicht. Wenn wir Platz in den Scheunen brauchen, machen wir sie leer und teilen aus, was wir haben, das hilft in materieller wie in ideeller Hinsicht. Das Recht zu verwalten, was einem von Haus aus gegeben ist, macht reich vor Gott. Dann kann er das Leben zurückfordern, wann immer es ihm beliebt.

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