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Weihnachten

Stille Nacht, heilige Nacht

Jesuskind mit Zepter
Pfarrer Alexander Aulinger
am
22.12.2016

Straßkirchen - Ein Lied geht in diesen Tagen um die Welt. Dieses Lied weckt tief in uns eine Sehnsucht, die möglicherweise tagein, tagaus in uns schlummert, aber oftmals nicht gelebt wird. Das Kind in der Krippe, es rührt an. Davon kann sich kaum jemand entziehen. Es ist doch das, was wir im tiefsten ersehnen: Geborgenheit, Gerechtigkeit, Friede, Liebe. Wenn wir in diesen Tagen im Lied von der Heiligen Nacht wieder singen: „Christ, der Retter ist da“, wenn wir singend der Welt sagen, dass „… uns schlägt die rettende Stund“, dann dürfen wir mit Freude daran denken, dass Gott in Jesus einen Rettungsschirm über uns gespannt hat.

Wer an die Menschwerdung Gottes ganz konkret in seinem Leben glaubt, wird merken, was unserer Sehnsucht oft entgegensteht: Da ist doch die weit verbreitete Unersättlichkeit, die Gier, den größten Gewinn herauszuholen, ohne Rücksicht auf andere, denen deswegen das Wasser bis zum Halse steht. Da ist der Neid, der vieles zerstört und das Leben schwer macht. All dem steht Weihnachten gegenüber. Jesus möchte uns von diesen Maßstäben des Materiellen, des Zwangs den Mitmenschen übertrumpfen zu müssen, befreien. Er möchte uns seinen Maßstab ins Herz schreiben: die Liebe.

Wer so ans Werk geht, der wird anders leben und anders handeln. Und vielleicht rührt uns Weihnachten deshalb so an, weil es um die Liebe geht. Machen wir Weihnachten zu unserem Lebensprogramm! Wenn wir also davon singen, dass „… uns schlägt die rettende Stund“, dann ist damit vielmehr der rechte Herzschlag, der Herzschlag Gottes gemeint, der im Rhythmus der Liebe, der Ge- rechtigkeit und des Friedens schlägt.

Wann also schlägt uns die rettende Stund? Wenn wir in Liebe unser Herz öffnen für den Nächsten, für Gottes Wort und Botschaft. Und die rettende Stund schlägt uns schließlich am Ende unseres Lebens, wenn Gott uns zu sich aufnimmt.

Wagen wir es, Weihnachten als neuen Anlauf zu nutzen und unseren Lebensrhythmus auf Gott einzustimmen und zu verkünden: „Christ, der Retter, ist da“

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