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Ausbildung

Mit Verstand und Optimismus

Walter Schöttl
am
14.12.2016

Landshut - In Landshut werden die Meisterbriefe an 74 junge Landwirtinnen und Landwirte überreicht.

Meisterbriefe

Ihre Zukunft mit Verstand und Optimismus zu gestalten, gab der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft Jakob Opperer den sechs jungen Landwirtinnen und den 68 jungen Landwirten mit, die beim traditionellen Festakt im Landshuter Rathausprunksaal ihre Meisterbriefe entgegennahmen.
Vor zahlreichen Ehrengästen aus der Politik sowie berufsständischen Verbänden und Einrichtungen berichtete Landwirtschaftsdirektor Franz Nowotny vom Fortbildungszentrum für Landwirtschaft und Hauswirtschaft Schönbrunn, dass ursprünglich 92 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor zwei Jahren zur Meisterprüfung angetreten seien, 74 hätten sie dann erfolgreich und sehr ordentlich mit einer Durchschnittsnote von 2,9 abgelegt.
Nowotny forderte die jungen Meisterinnen und Meister auf, ihr Wissen auf aktuellem Stand zu halten und dazu auch die Erfahrungen von Netzwerken zurückzugreifen, wobei die Landwirtschafts-Landesanstalt ein wichtiger Knotenpunkt sei, die sich mit der Ausbildung, aber auch insbesondere mit den drängenden Zukunftsfragen beschäftige und vermittle, „wo die Reise in den kommenden Jahren hingehen wird.”
Präsident Opperer bescheinigte in seinem Festvortrag den jungen Meisterinnen und Meistern, sie hätten bereits bewiesen, dass sie ihren Verstand einzusetzen wüssten. In Zeiten schlechter Preise und herber Kritik in der Gesellschaft an der Landwirtschaft sei es aber schwierig, Optimismus zu bewahren.
Noch vor ein paar Jahren, als die Mehrzahl der jungen Meisterinnen und Meister gerade am Anfang ihrer Ausbildung gestanden hätten, seien steigende Energie- und Rohstoffpreise, die Herausforderungen der Globalisierung, der stetige Abbau der Nahrungsmittelvorräte, sich verändernde Ernährungsgewohnheiten, der Klimawandel usw. die beherrschenden Themen gewesen, inzwischen habe sich wirtschaftlich, gesellschaftlich und global viel verändert, einige der landwirtschaftlichen Hausforderungen, wie die Energie- und Rohstoffpreise hätten sich ins Gegenteil verkehrt, andere wie der Klimawandel, verstärkt.
Was die Globalisierung angehe, würden die Ängste mit Blick auf einen unbegrenzten Freihandel immer größer und da komme schon der Gedanke auf: „Grenzen zu.” Auch der Klimawandel stelle eine gewaltige Herausforderung dar. Diese Entwicklungen zeigten, dass es schwierig sei, treffsichere Prognosen abzugeben.
Allerdings, so zeigte sich Opperer überzeugt: „Gestandene Unternehmer werden sich dem nicht schicksalhaft ergeben, sondern das, was sie gelernt haben, laufend verfeinern und anpassen sowie aufgeschlossen sein für Neues.” So gelte es, die Ressourceneffizienz („Was man an Produktionsmittel einsetzt und damit herausholt”) weiter zu steigern, sich gegen die immer mächtiger werdenden Einzelhandelsketten durchzusetzen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen („Aber nicht das Denken aufhören”).
Angesichts der mangelnden öffentlichen Anerkennung und des angekratzten Ansehens vor allem das Selbstbewusstsein wieder auf Trab zu bringen. Die Botschaft, dass die Landwirtschaft mehr als vieles andere täglich gebraucht werde und für Menschen überall auf der Welt lebensnotwendig sei, gelte auch in Zukunft uneingeschränkt. „Wir arbeiten auf hohem Niveau.”
Den jungen Meisterinnen und Meistern gab Opperer noch einen Tipp mit. Um die landwirtschaftliche Erzeugung auch in den armen Ländern dieser Welt von einem schlechten auf zumindest mittleren Stand zu bringen, sollten nicht nur wie bisher Akademiker in den Entwicklungsdienst gehen, sondern auch junge Meisterinnen und Meister: „Fortschritte gibt es nur, wenn Leute, die praktische Erfahrung haben, zum Einsatz kommen. Und manche könnten damit die Zeit bis zur Hofübergabe überbrücken.”
Alois Bauer, stellvertretender Bezirkspräsident, übermittelte die Glückwünsche des Bayerischen Bauernverbandes. Er appellierte an den Nachwuchs, sich auch in der Öffentlichkeit, vor allem in der Kommunalpolitik zu engagieren, das Miteinander im Dorf zu pflegen, sich aber auch die Zeit zu nehmen, mit Verbrauchern und Medien im Gespräch zu bleiben und zu informieren. „Das kostet Kraft und ist eine Herausforderung. „Aber wir können mit unseren Pfunden, unserem Fachwissen und unserem Engagement wuchern.”
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bescheinigte den jungen Meisterinnen und Meistern, dass der Meisterbrief langfristig ein erfolgreiches Berufsleben und zukunftsfähige Optionen ermögliche. Die Agrarwirtschaft, die vor allem in Niederbayern einen hohen Stellenwert habe, sei unverzichtbar - wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich. Sie sei nach wie vor ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im Flächenland Niederbayern, präge die Kulturlandschaft und stehe gleichsam für sein Stück Heimat. Die Meisterbriefe überreichte Dr. Michael Karrer aus dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

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