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Zum Sonntag

Was ist wahr?

Donald Trump
Gerhard Schleier, ev. Landjugendpfarrer Pappenheim
am
16.02.2017

Pappenheim - Wir leben in einer Demokratie. Hier muss man das Denken schon selbst übernehmen. Und dazu gehört, kritisch-misstrauisch zu sein.

Die Amerikaner haben einen neuen Präsidenten. Von Anfang an ist er höchst umstritten. Gleich vom ersten Tag an geht es um die Wahrheit. Die eine Zeitung zeigt Bilder und liefert Zahlen, wie viele Menschen bei seiner Amtseinführung dabei sind. Gleich am Tag darauf widerspricht die Pressesprecherin, liefert andere Zahlen und formuliert, dies seien „alternative Fakten“. So wird Misstrauen gesät. Was ist hier die Wahrheit? Oder, wo beginnt eigentlich die Lüge?

Einig sind wir uns vermutlich darin, dass es innerhalb der Lüge noch mal einen Freiraum gibt, nämlich da, wo etwas erfunden wurde und niemand damit ein Problem hat. Dazu gehört viel Literatur, besonders Science Fiction. Auch der Autor Karl May, der in diesen Tagen vor 175 Jahren geboren wurde, ist dafür bekannt, dass er die Abenteuer in seinen Romanen alle erfunden hat – und trotzdem haben unzählige Menschen diese Bücher mit Genuss verschlungen.

Der Freiraum hört aber auf, wenn wir das Gefühl haben, da stimmt was nicht, da werde ich belogen. Wenn wir uns ärgern, dass jemand eine andere Wahrheit einfordert – wie gehen wir nun damit um? Eine Hilfe könnte sein, auf die Wirkung zu schauen: Wenn klar ist, da will jemand sein Bild von der Welt durchsetzen, dann sind Zweifel angebracht. Genau hinschauen, hilft auch.Ganz oft kann man tatsächlich rausfinden, was stimmt und was nicht. Gerade bei den „fake news“ ist das so: Da lässt sich fast immer herausfinden, ob jemand etwas zurechtgebogen oder gar erfunden hat. Und dann kann man sich ein eigenes Urteil bilden. Dazu leben wir in einer Demokratie. Hier muss man nämlich das Denken schon selbst übernehmen. Und dazu gehört, kritisch-misstrauisch zu sein. Mit einer Ausnahme: Der Bibel nämlich. Da ist nichts erfunden im Sinne einer böswilligen Lüge. Die Worte, die da zu lesen sind, sind tatsächlich gedeckt von Gottes Wirklichkeit, von erfahrenen Heilstaten durch konkrete Menschen oder der spürbaren Anwesenheit Gottes, von der authentisch berichtet wird. Oder durch das ganze Leben Jesu. Der steht mit seinem ganzen Leben für Wahrheit ein: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, hat er gesagt …

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