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Weihnachtszeit

Weihnachten - alle Jahre wieder

Weihnachten
Pfarrer Gerhard Metzger Dekanat Hersbruck
am
15.12.2017

Wer in den anderen Monaten des Jahres ohne Gott lebt, der wird auch in der so oft beschworenen und doch nie stattfindenden „ruhigen Zeit“ keinen Halt in Christus finden.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht so kurz vor dem Heiligen Abend? Bei mir ist es so, dass sich da solch ein Gefühl einstellt, das sich mit dem bekannten Lied „Alle Jahre wieder“ gut umschreiben lässt. Plätzchen, Weihnachtsmarkt, Geschenkestress, Weihnachtsfeiern, Geschichten. Alles schon einmal da gewesen. Ich erwarte mir da nicht sehr viel Neues.

Auf den Kalenderblättern und in den Zeitschriften lese ich auch immer wieder die selben Themen: Wie lassen sich das Weihnachtsfest und die Wirklichkeit miteinander vereinbaren? Typisch war wieder diese unsägliche Diskussion, ob Läden in diesem Jahr am 24. 12. öffnen dürfen. Schließlich fällt der Heilige Abend auf einen Sonntag und offenbar kann man es niemanden zumuten, am Samstag vorher die restlichen Einkäufe zu erledigen.

Aber dann bin ich auf einen Satz gestoßen, den ich so noch nie gehört habe und der meine Aufmerksamkeit erregt hat. „Vor den Festen geht der Teufel umher wie ein brüllender Löwe.“ Das hat eine ältere Frau gesagt. Sie hat recht. Oft wird uns unsere Gottesferne, unser Streiten und unsere Nervosität gerade in festlichen und erwartungsvollen Zeiten wie der Adventszeit besonders bewusst oder bricht dann aus.

Es ist nämlich noch immer so: Ob es in mir Weihnachten wird oder nicht, hängt nicht an dem, wie ich vom 1. Advent bis zum Christfest lebe. Es hängt daran, wie ich mein Leben vom 27. 12. eines jeden Jahres bis zum Ewigkeitssonntag gestalte. Lebe ich in diesen elf Monaten mit diesem Gott, der in Jesus Mensch geworden ist wie du und ich? Wer das nicht gelernt hat, der wird auch in der Adventszeit keine Ruhe im Leben und für sich finden. Wer in den anderen Monaten des Jahres ohne Gott lebt, der wird auch in der so oft beschworenen und doch nie stattfindenden „ruhigen Zeit“ keinen Halt in Christus finden. Der wird auch am Heiligen Abend eher danach streben, diesen irgendwie „herumzubringen“.

Die Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung ist da. Genauso auch die immer wiederkehrenden Enttäuschungen. Was uns hilft ist allein der Gott, der sich nicht zu schade war, als Mensch unter Menschen zu leben und seinen Kopf hinzuhalten. Wer das erkennt, für den wird Weihnachten ein Fest der Freude sein.

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