Login
Kindheitserinnerungen

Weihnachten ist unfassbar

Kind in der Krippe
Pfarrer Alexander Aulinger, Pfarrverband Straßkirchen
am
22.12.2017

Weihnachten ist wie eine Reise in die Kindheit.

Denn was wir an diesem Fest in unseren Herzen spüren, was uns so ganz besonders anrührt, das sind doch vor allem die Kindheitserinnerungen.

Ältere Menschen erzählen mir bei Besuchen, wie es war, als sie mit ihren Kindern zusammensaßen, die leuchtenden Augen beim Anblick der Geschenke, die das Christkind brachte. Weihnachten erfüllt eben unsere Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe. Und noch einen Grund gibt es, warum wir in Gedanken in unsere Kindheit zurückkehren: Wir machen uns sozusagen in unseren Herzen, mit unseren Gefühlen klein, um auf Augenhöhe mit dem Kind in der Krippe zu kommen.

Gott ist durch die Menschwerdung seines Sohnes in unseren irdisch-menschlichen Lebensraum eingetreten und hat uns dadurch seinen göttlichen und himmlischen Lebensraum geöffnet. In dieser Heiligen Nacht hat Gott seinen innigsten erlebbarsten Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen geschickt. Er hat uns ein Kind geschenkt, seinen Sohn. Ein Kind, das schon damals die Liebe und Hilfsbereitschaft, die Zuneigung und das Staunen seiner Mitmenschen herausgefordert hat; nicht bei allen erfolgreich, aber immerhin doch bei Maria und Josef, bei den armen Hirten und bei den Weisen aus dem Morgenland.

Wird das Christkind bei uns offene Türen, offene Hände und ein offenes Herz finden? Sind wir bereit, die eigentlich unfassbare Botschaft von Weihnachten aufzunehmen in unsere Gedanken, in unsere Gefühle, unser Tun, jetzt an den Festtagen und darüber hinaus im Alltag?

Im Grunde wissen wir es doch alle: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, nicht nur von den vielen materiellen Möglichkeiten, die unsere Wohlstandsgesellschaft bietet. Wir sehen es doch selber: Wir haben alles und dennoch sind viele unzufrieden.

Wir Menschen brauchen mehr, vor allem unsere Seele braucht mehr. In uns allen schlägt doch die Sehnsucht nach Sinnerfüllung und Geborgenheit, die Sehnsucht, verstanden und angenommen zu sein, die Sehnsucht geliebt zu sein und die Sehnsucht daheim zu sein, in einem Lebensraum zu sein, in dem man sich wohlfühlt, sich entfalten kann und das Leben entdecken kann.

Weihnachten – Kindheitserinnerungen und dennoch: Heute feiern wir Weihnachten! Das Fest der Liebe. Das Kind in der Krippe sagt uns: Du bist geliebt! Gott ist mit dir. Und noch etwas Wunderbares wird mir geschenkt: Gott kommt mir entgegen. Ich muss nicht den ersten Schritt tun. Gott hat ihn bereits getan. In Jesus. Kann er auch mit mir rechnen? Von Herzen wünsche ich Ihnen ein frohes, friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest.

Auch interessant