Login
Menschwerdung

Weihnachtszeit zeugt von Jesu Nähe

Weihnachten
Kirchenrat Reiner Schübel, München
am
10.01.2019

Wir feiern Gottes Kommen, seine zarte und kraftvolle Nähe. Er kommt zu uns – persönlich.

Im Glauben entdecken wir sein Geheimnis, erfahren ihn als ein wirkliches Du, das uns liebt. Denn wir glauben nicht an eine kosmische Größe oder eine abstrakte Kraft. Vielmehr ist er ein persönlicher Gott. Einer, der Mensch geworden ist, geboren in einem zugigen Stall. Einer, der heranwuchs und umherzog, erfüllt von einem Geist der Liebe und lebensverändernden Kraft, die Körper und Herzen heilt. Im Vertrauen auf ihn erfahren auch wir Gottes Geist als kraftvollen Antrieb unseres Lebens. In Taufe und Glauben sind wir beschenkt mit seinem Geist.

In der Kraft dieses Geistes wird unser Leben neu und frisch. In der Kraft dieses Geistes feiern wir miteinander schöne Gottesdienste. In der Kraft dieses Geistes öffnet sich unser Herz im Gebet und wird frei von allem, was unsere Seele beschwert. In der Kraft dieses Geistes finden wir Orientierung für unser Leben in der Predigt. In solchem Geist erfahren wir inspirierende Kraft im Herzen und spürbaren Segen in unserem Alltag. In diesem Geist merken wir, jeden Tag neu, dass wir auf Vergebung angewiesen sind und dennoch dankbar und fröhlich leben dürfen. In diesem Geist erkennen wir, welch Geschenk jeder Tag aus Gottes Hand ist, ja wie kostbar er ist.

Wo Jesu Geist uns erfüllt und innerlich bestimmt, werden wir ohne eigene Anstrengung ausstrahlen, von dem, was uns erfüllt: Vertrauen, Liebe und Hoffnung. In solchem Geist werden wir nicht nur vom „christlichen Abendland“ reden, sondern dieses große Wort „christlich“ wirklich zur Basis unseres Lebens werden lassen.

Dieser Geist ist uns schon geschenkt. Geben wir ihm in uns Raum. Ja, laden wir ihn ein, damit seine Liebe und sein Licht in uns aufstrahlen wie das Licht der Weihnacht, hell und wärmend spürbar wird für Menschen und Tiere um uns her. Geben wir seinem Geist in uns Raum, damit wir ausstrahlen und anderen gegenüber erkennbar werden, was wir vor Gott schon längst sind. Denn: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder (Röm 8,14).

Auch interessant