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Zum Sonntag

Wer bin ich?

Pfarrer Erich Eyßelein
am
02.03.2017

Prichsenstadt - Wer bin ich? So fragen nicht wenige Leute in gegensätzlichen Lebenslagen. Was zeichnet mich als Mensch aus?

Tragende Hand

Nun, ich kann gehen und stehen, weinen und lachen, hoffen und bangen, beten und fluchen, versagen und scheitern, neu beginnen und getrost aufatmen. Ich kann Leben schenken und Leben zerstören; so stehe ich im Licht und genauso gut im Schatten! Das Bangen verdrängt das Hoffen und das Scheitern verdunkelt das Gelingen.

Ja, wie oft besiegt das Zurückschlagen das Versöhnen! Da halte ich mich gern an den Reformator Dr. Martin Luther: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält ...!“ und erfahre: Als Gottes Kind bin und bleibe ich sein Geschöpf, bei allen Spannungen, bei allen Gegensätzlichkeiten! Die Welt ruht immer noch in der aktiven Hand ihres Schöpfers und jeder Mensch hat darin seine spezielle Aufgabe zu bewahren und zu gestalten.

Die ‚Urgeschichte‘ (im 1. Mosebuch) lehrt, dass Fehler, Versagen und Ungehorsam das Vertreiben aus dem Paradies‘ veranlasst haben. Aber das ist bei weitem nicht alles: Gott, der Schöpfer steht weiterhin zu seinen Geschöpfen und segnet deren Anstrengung, im Erhalten und Weitergeben des Lebens von Generation zu Generation. Als Ursprung allen Seins sorgt ER sich um die Menschen, auch wenn sie dies oft gar nicht in dieser Weise erfassen.

Können wir die gute Nachricht „Gott liebt die Menschen!“ in unserer aufgeklärten Zeit überhaupt noch nachvollziehen? Die Passionszeit erinnert mich an das Leiden und Sterben Jesu von Nazareth und im Gottvertrauen erfasse ich: Gott sandte seinen Sohn, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Die alte Geschichte von Adam und Eva (Gen.3) berichtet bewusst auch davon, dass sich der Schöpfer um seine Menschen kümmert. Der Lebensweg Jesu von Nazareth macht deutlich, dass ich als Kind Gottes leben darf, im Licht und im Schatten. Auch wenn ich das nicht bis ins Letzte verstehe, empfinde ich Trost und große Dankbarkeit!

Pfarrer Erich Eyßelein

Prichsenstadt

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