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Datenauswertung

Gute Wasserqualität, aber schlechte Einstufung

Wassertropfen
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
23.07.2018

Der Zustand des bayerischen Grundwassers ist besser, als er von der Wasserwirtschaft dargestellt wird. So das Fazit des BBV aus einer Datenanalyse.

Die Daten hatte der Bayerische Bauernverband beim Landesamt für Umwelt angefragt. „So wird in Bayern ein Grundwasserkörper bereits dann als sogenanntes rotes Gebiet ausgewiesen, wenn zwanzig Prozent der Gesamtfläche einen schlechten Zustand aufweisen“, sagt Martin Erhardsberger,  Umweltreferent des Bayerischen Bauernverbandes. „Andere Bundesländer halten sich an die nach Düngeverordnung ausschlaggebende Grundwasserverordnung und setzen dieses Kriterium ab 33 Prozent der Fläche des Grundwasserkörpers an.“

Durch die Zusammenfassung von Grundwasserkörpern, die sogenannte Gruppierung, werden in bestimmten Fällen zudem unterschiedliche Grundwasserkörper gemeinsam bewertet. So werden einzelne Wasserkörper, die eigentlich in einem guten Zustand wären, durch die Gruppierung plötzlich als „schlecht“ eingestuft.

Verwunderlich ist laut Erhardsberger zudem, dass die bayerischen Wasserversorger auf der einen Seite die Bauern kritisieren, auf der anderen Seite aber nicht bereit sind, die schlechten Messstellen konkret zu benennen und tatsächliche Messwerte offen zu legen. „Dieser Umgang mit Messdaten trägt nicht zur Vertrauensbildung bei und stellt das bisher gute Miteinander bei Kooperationen in Frage“, sagt Erhardsberger.

Im Rahmen der Anfrage des Bayerischen Bauernverbandes haben 71 Wasserversorger die Auskunft zu den, für die Einstufung von Grundwasserkörpern relevanten Messwerten abgelehnt. Von weiteren 24 Wasserversorgern sind der Wasserwirtschaftsverwaltung keine Adressen bekannt. „Es ist äußerst verwunderlich, wenn bei der Bewertung von Grundwasserkörpern Messdaten von Wasserversorgern herangezogen werden, deren Adressen der staatlichen Wasserwirtschaftsverwaltung nicht bekannt sind“, sagt Erhardsberger.

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