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Hof und Garten

Ein Weg zu sauberen Fugen?

Fugenkratzer-BU
Eva Morgenstern/SG Gartenakademie Rheinland-Pfalz
am
01.06.2018

Keine Fuge ist ihnen zu schmal, kein Pflaster zu trocken: Unkräuter keimen auch in den kleinsten Ritzen. Das Jäten ist an solchen Orten besonders mühsam, doch der Blick über die Möglichkeiten zeigt: Eine dauerhafte Lösung gibt es nicht.

So groß die Freude darüber ist, dass im Garten gerade alles gut wächst und gedeiht – wenn dann auch die Unkräuter aus den Fugen zwischen den Pflastersteinen wuchern, ist schnell Frust angesagt. Viele Gartler wünschen sich eine schnelle und einfache Lösung für diese Flächen, weil das Jäten und Kratzen in den Fugen mehr als lästig ist. Wir stellen verschiedene Möglichkeiten der Bekämpfung vor.

Loewenzahn-Fuge
  • mechanisch: Der Klassiker bei der Unkrautbekämpfung in Fugen ist der Fugenkratzer, der bei einjährigen Arten und Gräsern recht gute Dienste leistet. Wer sich das Jäten ein wenig erleichtern möchte, kann sich eine Version mit Teleskopstiel anschaffen. Arten mit tief wachsender Wurzel wie Löwenzahn oder Wegerich müssen dagegen mithilfe eines Unkrautstechers mit ihrer Wurzel herausgezogen werden.
  • thermisch: Arbeitsparend, aber energieaufwendig sind diverse Geräte, die mit offener Flamme, Heißluft oder -dampf, die gegen unerwünschte Pflanzen zum Einsatz kommen können. Man sollte beim Einsatz von solchen Geräten allerdings bedenken, dass man nicht nur die Unkräuter vernichtet, sondern auch Kleinstlebewesen erwischt, die in den Fugen leben.
  • vorbeugend: Schon bei der Anlage von Flächen ist auf einen möglichst geringen Fugenanteil zu achten. Eine Möglichkeit ist auch, speziellen Fugensand zu benutzen. Dieser besteht aus Quarzsand und speziellen Mineralstoffen, welche die Keimung von Unkräutern unterdrücken sollen. Angaben darüber, ob der Sand auch noch wirkt, wenn er nachträglich in möglichst gut ausgekehrte Fugen eingebracht wird, sind unterschiedlich. Grundsätzlich sollte die Wirkung etwa zwei bis drei Jahre zuverlässig anhalten, danach kann sie abnehmen. Ein Einsatz bei Klinkern ist nicht empfohlen, da die Mineralstoffe weiße Beläge verursachen.

Keine Herbizide nutzen

Keine Lösung, auch wenn es oft verlockend wäre, ist ein Herbizideinsatz auf diesen Flächen. Das Pflanzenschutzgesetz erlaubt den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, und dazu zählen auch die Unkrautvernichtungsmittel, nur auf Flächen die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Bei Terrassen, Wegen, Garagenauffahrten und anderen befestigten Flächen handelt es sich eindeutig um keine solche Nutzung, denn es werden hier weder Gemüse noch Zierpflanzen angebaut. Hier ist der Einsatz grundsätzlich verboten und das aus gutem Grund: Bevor die Mittel abgebaut sind, schwemmt sie der Regen in die Kanalisation oder Oberflächengewässer. Auch der Einsatz von Mitteln, die als umweltverträglich gelten (z. B. Pelargonsäure) oder „Hausmitteln“ wie Salz zur Unkrautbekämpfung sind dort ausdrücklich verboten!

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